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Genesis (Bibel)
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Das Buch Genesis (abgekĂŒrzt Gen) ist das erste Buch der Tora (des Pentateuch), welches die jĂŒdische Bibel (Tanach) ebenso wie den ersten Hauptteil der christlichen Bibel (Altes Testament) eröffnet. Im Original wurde es auf HebrĂ€isch geschrieben und bereits in der Antike mehrfach ĂŒbersetzt. Bereschit (hebrĂ€isch Ś‘Ö°ÖŒŚšÖ”ŚŚ©ÖŽŚŚ™ŚȘ ‚Im Anfang‘) ist der Name der Genesis in jĂŒdischen Bibelausgaben. 1. Buch Mose heißt das Buch Genesis in der Lutherbibel und den meisten protestantischen Bibelausgaben.

Die Genesis hat drei Hauptteile: Die Urgeschichte (Kapitel 1–11), die ErzelternerzĂ€hlungen (Kapitel 12–36) und die Josefsgeschichte (Kapitel 37–50). Von manchen Kommentatoren wird die Josefsgeschichte als Teil der ErzelternerzĂ€hlungen betrachtet.

Die Urgeschichte fĂŒhrt von Gottes Schöpfung der Welt ĂŒber die Ausweisung des Menschen aus dem Paradiesgarten und die Fast-Zerstörung der Welt in der Sintflut bis zur AuffĂ€cherung der Menschheitsfamilie in viele Völker und Sprachen. Nach der Sintflut schließt Gott einen Bund mit Noach und seiner Familie. Obwohl das menschliche Planen böse sei, segnet Gott die Menschen und garantiert ihre Lebensgrundlagen (Gen 8,21 ).

Die ErzelternerzĂ€hlungen handeln davon, dass Gott mit der Familie Abrahams einen neuen Anfang macht. Das Zeichen des Abrahamsbundes ist die Beschneidung. Abraham und seiner Frau Sara verheißt Gott Kindersegen und Landbesitz in Kanaan; aber wĂ€hrend sich die erste Verheißung nach mehreren GefĂ€hrdungen erfĂŒllt, bleibt die zweite im Rahmen der Genesis noch uneingelöst. Auch in der nĂ€chsten Generation leben Isaak und Rebekka als Fremde im Land Kanaan; zwischen ihren Zwillingssöhnen Jakob und Esau kommt es zum Konflikt. Jakob sichert sich das Erstgeburtsrecht und durch eine List auch den vĂ€terlichen Segen. Er muss vor dem Zorn Esaus zu seiner Verwandtschaft in das dem heutigen Nordsyrien entsprechende Gebiet fliehen. Viele Jahre spĂ€ter kehrt er mit seinen beiden Frauen Lea und Rahel und elf Söhnen als reicher Herdenbesitzer nach Kanaan zurĂŒck und versöhnt sich mit Esau. Bei der Geburt des zwölften Sohns Benjamin stirbt Jakobs Lieblingsfrau Rahel.

Die Josefsgeschichte behandelt einen Bruderkonflikt in der nĂ€chsten Generation: Jakob bevorzugt Josef, den Ă€lteren Sohn Rahels. Josefs TrĂ€ume von Herrschaft und Macht erregen den Neid seiner BrĂŒder, die ihn verschwinden lassen und dem Vater gegenĂŒber als tot darstellen. Als Sklave in Ägypten bleibt Josef aber trotz aller Widrigkeiten sichtbar von Gott gesegnet und steigt durch seine Traumdeutungsgabe zum Vizekönig auf. Dank seiner Weisheit lĂ€sst er GetreidevorrĂ€te anlegen und kann so die Ă€gyptische Bevölkerung in einer schweren Hungersnot versorgen. Auch Kanaan ist von dieser Hungersnot betroffen, und Jakob schickt seine Söhne nach Ägypten, um Getreide zu kaufen. Hier treten sie dem mĂ€chtigen Vizekönig als Bittsteller gegenĂŒber, der sich ihnen schließlich als Bruder zu erkennen gibt. Auf die Nachricht, dass der angeblich tote Josef lebt, reist der greise Jakob nach Ägypten. Auf Einladung des Pharaos siedelt sich die ganze Jakobsfamilie in der Region Goschen an. Die Josefsgeschichte schließt mit Jakobs Segen ĂŒber Josefs Söhne Ephraim und Manasse und den SegenssprĂŒchen, die Jakob vor seinem Tod seinen zwölf Söhnen bzw. den von ihnen abstammenden zwölf StĂ€mmen Israels mitgibt. Nach Jakobs Tod versichert Josef seinen besorgten BrĂŒdern, dass er ihnen wohlgesonnen sei. Sie hatten ihm zwar einst ĂŒbel mitgespielt, aber Gott ließ Gutes daraus entstehen.

Contents

‱ Inhalt
‱ Urgeschichte
‱ Griechisch
‱ Lateinisch
‱ Literatur
‱ Literatur
‱ Textausgaben
‱ Hilfsmittel
‱ Weblinks

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Bereschit – Genesis – Erstes Buch Mose

Der hebrĂ€ische Buchtitel ist ein Incipit, eine Bezeichnung nach dem ersten Wort des Textes: hebrĂ€isch Ś‘Ö°ÖŒŚšÖ”ŚŚ©ÖŽŚŚ™ŚȘ bəre’ơüt, deutsch ‚Im Anfang‘. Dieser Buchtitel war bereits in der SpĂ€tantike ĂŒblich; Hieronymus transkribierte ihn um 390 n. Chr. als Bresith.cite-ref-1[1]

Als jĂŒdische Gelehrte in hellenistischer Zeit ihre heiligen Schriften ins Griechische (Koine) ĂŒbersetzten, begannen sie im 3. Jahrhundert v. Chr. mit dem Ersten Buch Mose und gaben ihm einen Buchtitel, der seinen Inhalt bezeichnet: altgriechisch ΓέΜΔσÎčς GĂ©nesis, deutsch ‚Entstehung, Ursprung (der Welt)‘. Dieser wurde als Genesis in die lateinische Vulgata ĂŒbernommen und ist seither in vielen Bibelausgaben sowie in der theologischen Wissenschaft in Gebrauch.

Die im evangelischen Raum ĂŒbliche Bezeichnung Erstes Buch Mose steht ebenfalls in einer Tradition, die bis in die Antike zurĂŒckreicht. Bereits Flavius Josephus bezeichnete im 1. Jahrhundert n. Chr. die Tora als die „fĂŒnf BĂŒcher Mose“.cite-ref-2[2]

Genesis als Teil des Pentateuch

Innerhalb des Pentateuch stellt die Genesis eine (sehr ausfĂŒhrliche) Vorgeschichte fĂŒr die große ErzĂ€hlung vom Auszug Israels aus Ägypten unter FĂŒhrung des Mose dar. Die anderen vier BĂŒcher umspannen die Zeit von der Geburt des Mose (Ex 2,1–10 ) bis zu seinem Tod (Dtn 34,1–12 ). In dieses Leben des Mose sind umfangreiche Gesetzessammlungen eingearbeitet. Als Vorgeschichte hierzu erzĂ€hlt die Genesis von den AnfĂ€ngen der Welt und der menschlichen Kultur (Urgeschichte) und den AnfĂ€ngen Israels als Nachkommenschaft von Abraham und Sara, deren Sohn Isaak und Rebekka sowie deren Enkel Jakob und seiner Familie (ErzelternerzĂ€hlungen und Josefsgeschichte). Die mit der Urgeschichte angesprochenen kosmologischen und anthropologischen Themen werden in den BĂŒchern Exodus bis Deuteronomium indirekt dort noch einmal aufgegriffen, wo es um den Bau des WĂŒstenheiligtums (Mischkan) und seinen Kult geht. In der ErzelternerzĂ€hlung verheißt JHWH Abraham und seiner Familie Nachkommenschaft und Landbesitz. Aber nur die erste Verheißung erfĂŒllt sich innerhalb des Pentateuch, die zweite bleibt weitgehend uneingelöst.cite-ref-3[3]

Die Fuge zwischen den BĂŒchern Genesis und Exodus ist tief. Ein Indiz dafĂŒr ist, dass Josef, am Ende des Buches Genesis hochgeehrt, laut Ex 1,8 dem neuen Pharao unbekannt ist.cite-ref-4[4] Die Genesis kann daher auch als eigenstĂ€ndiges Werk betrachtet werden und ist nicht unbedingt auf ihre Fortsetzung in Exodus bis Deuteronomium angelegt. Mit einer Ausnahme: Gen 15,12–16 erzĂ€hlt von einem Traum Abrahams, in dem JHWH ihm eröffnet, dass seine Nachkommen als Sklaven in Ägypten leben mĂŒssen, aber dass er sie befreien werde und sie ins Land der Verheißung zurĂŒckkehren werden.cite-ref-5[5]

Verfasser, Entstehungszeit und -ort

Die Bibelwissenschaft behandelt die Genesis als Traditionsliteratur, die ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum gewachsen ist und an der viele Personen mitgeschrieben haben.cite-ref-6[6] Die Voraussetzungen fĂŒr die Abfassung von Literaturwerken sieht sie erst in der Zeit der Königreiche Israel und Juda (ab dem 9./8. Jahrhundert v. Chr.) gegeben, als in den Zentren dieser Reiche ausgebildete Schreiber tĂ€tig waren, und zwar wegen der RĂŒckstĂ€ndigkeit des SĂŒdreichs zuerst im Norden.cite-ref-7[7] Erhard Blum betont, dass die Niederschrift der JakobserzĂ€hlungen bzw. deren Vorstufe sehr gut in einem Schreibermilieu des Nordreichs Israel denkbar sei, möglicherweise im 9. Jahrhundert v. Chr. zur Zeit der Omriden.cite-ref-8[8] Damit sind die JakobserzĂ€hlungen Kandidat fĂŒr besonders alte Überlieferungen im Buch Genesis; sie sind aber nur in ihrer judĂ€ischen bzw. Jerusalemer Überarbeitung nach dem Untergang des Nordreichs (722/720 v. Chr.) erhalten.cite-ref-9[9] In Umkehrung der Generationenfolge Abraham – Isaak – Jakob wurden den Jakobsgeschichten wahrscheinlich in der SpĂ€tphase des SĂŒdreichs Juda ErzĂ€hlungen ĂŒber Isaak vorangestellt, und noch spĂ€ter die AbrahamserzĂ€hlungen, bei denen ĂŒberhaupt fraglich ist, was davon auf die vorexilische Zeit (vor 587 v. Chr.) zurĂŒckgeht. Nach dem Untergang der politischen GrĂ¶ĂŸe Israel (= dem Nordreich) begannen die JudĂ€er, sich selbst als Israel zu verstehen. Die Generationenfolge Abraham – Isaak – Jakob besagt dann: „Die wahren UrvĂ€ter Israels, nĂ€mlich Jakobs Vater und Großvater, stammen aus dem SĂŒden.“cite-ref-10[10] Die Abrahamstradition wird nĂ€mlich in das Gebiet um Hebron (Gen 18 ) verortet, die Isaaksgeschichten in die Gegend um Be’er Scheva, zwei Orte, die auf judĂ€ischem Gebiet (Gen 26 ) lagen. Zentrale Orte der JakobserzĂ€hlungen befinden sich in Bet El (Gen 28 ) und Penuel (Gen 32 ).cite-ref-11[11]

Die ErwĂ€hnung von Kamelen (Gen 12,14–16 ; Gen 24,10–11 ) wurde in der Forschungsgeschichte fĂŒr die Datierung der ErzelternerzĂ€hlungencite-ref-12[12] herangezogen. Ihre Domestikation wird im 12. oder 11. vorchristlichen Jahrhundert angesetzt; Kamelkarawanen (Gen 37,25–28 ) sind im Assyrischen Reich seit dem 8./7. Jahrhundert bezeugt. Karawanenhandel ist deshalb fĂŒr die „Zeit Abrahams“ nicht anzunehmen; der ErzĂ€hler machte Abraham zum Kamelbesitzer, weil diese Tiere zu seiner eigenen Zeit ein Statussymbol waren.cite-ref-13[13]

Manche christlichen Gruppen (vor allem die AnhĂ€nger des evangelikalen und/oder fundamentalistischen Christentums) lehnen die Anwendung der historisch-kritischen Methode auf die Bibel als einen Offenbarungstext ab. Entsprechend glauben sie an eine Verfasserschaft des Mose, den sie fĂŒr eine historische Persönlichkeit halten, und datieren den Text erheblich frĂŒher (zur Frage der Autorschaft und Entstehungszeit siehe Artikel Tora).

Inhalt

Urgeschichte

Die Kapitel 1 bis 11 der Genesis werden als Urgeschichte bezeichnet. Es handelt sich jedoch nicht um Geschichtsschreibung, sondern um „eine Reihe von ErzĂ€hlungen, die grundlegende ZusammenhĂ€nge und die Bedeutung menschlichen Daseins erhellen wollen“.cite-ref-14[14] Die Urgeschichte hat gegenĂŒber dem Rest des Buchs Genesis (und des Pentateuch) eine relative EigenstĂ€ndigkeit und wird deshalb auch oft fĂŒr sich betrachtet.cite-ref-15[15] Strukturiert wird die Urgeschichte durch Genealogien (hebrĂ€isch ŚȘÖŒŚ•ÖčŚœÖ°Ś“ÖčŚȘ tĂŽlədot):

‱ Gen 1,1 bis 2,3: Toledot des Himmels und der Erde (= Schöpfungsgeschichte der Priesterschrift).
‱ Gen 5,1–32 : Toledot Adams – eine Genealogie, die auf Noach zulĂ€uft.
‱ Gen 6,9 bis 9,29: Toledot Noachs mit FluterzĂ€hlung.
‱ Gen 10 Toledot der Söhne Noachs Sem, Ham und Jafet (= Völkertafel). In der Völkertafel gibt es redaktionelle ErgĂ€nzungen und spĂ€tere Fortschreibungen. Eine solche ErgĂ€nzung ist die kurze kulturĂ€tiologische ErzĂ€hlung ĂŒber Nimrod Gen 10,8–12 .cite-ref-16[16]
‱ Gen 11,10–26 : Toledot Sems – eine Genealogie, die auf Terach zulĂ€uft, den Vater von Abram, Nahor und Haran.

Dieses genealogische GerĂŒst mit zwei ErzĂ€hlungen (Schöpfung und Flut) wird im Rahmen der Neueren Urkundenhypothese der Priesterschrift (P) zugewiesen und ins 6. Jahrhundert v. Chr. datiert; auch nachdem diese Hypothese stark umstritten ist, herrscht bis hierhin weitgehender Konsens innerhalb der alttestamentlichen Exegese.cite-ref-17[17] Dieser Konsens endet allerdings bei den „nicht-priesterlichen“ (non-P) Stoffen, die in das priesterschriftliche GerĂŒst eingefĂŒgt worden sind und die im Rahmen der Urkundenhypothese grĂ¶ĂŸtenteils dem Jahwisten zugewiesen wurden.

Laut Jan Christian Gertz lĂ€sst sich im non-P-Material eine ehemals selbstĂ€ndige Urgeschichte eines „weisheitlichen ErzĂ€hlers“ herausheben; sie umfasst:

‱ Gen 2,4 bis 3,24: ParadieserzĂ€hlung (= Schöpfungsgeschichte des Jahwisten und SĂŒndenfallerzĂ€hlung);
‱ Gen 4,1–26 : ErzĂ€hlung von Kain und Abel;
‱ Gen 6,9 bis 9,29: FluterzĂ€hlung (mit der FluterzĂ€hlung der Priesterschrift zusammengearbeitet). Dem weisheitlichen ErzĂ€hler zufolge ist das Urteil JHWHs ĂŒber die Menschen vor der Sintflut das gleiche wie nach der Sintflut: Sie sind schlecht.cite-ref-18[18] Dennoch gewĂ€hrt er ihnen einen Bund und versichert den Fortbestand der Erde. Der ErzĂ€hler beschreibt somit eine Wandlung in der Gottheit, nĂ€mlich „wie Jhwh zu dem Gott wurde, der seine ‚Reue‘ ĂŒber das Erschaffen der Menschen zu ĂŒberwinden vermochte.“cite-ref-19[19]

Die Bezeichnung als „weisheitlicher ErzĂ€hler“ soll besagen, dass dieser ErzĂ€hler mit den Themen der altorientalischen Weisheitsliteratur vertraut ist und damit einem gebildeten Schreibermilieu zugeordnet werden kann – versuchsweise am Jerusalemer Hof des Königs Manasse (694–640 v. Chr.) oder einem seiner Nachfolger.cite-ref-20[20]

Übrig bleiben folgende Passagen der Urgeschichte:

‱ Gen 6,1–4 ErzĂ€hlung von den Ehen zwischen Gottessöhnen und Menschentöchtern: ein kryptischer Text, der bereits in der Antike als „Engelfall“ interpretiert und so zum Vorspiel zur FluterzĂ€hlung wurde.cite-ref-21[21] Benno Jacob und ihm folgend Gerhard von Rad sahen in den aus diesen Ehen hervorgegangenen Riesen (Nephilim) und Heroen das „Aufkommen eines Übermenschentums“; da die himmlische Welt und die Menschenwelt nun nicht mehr getrennt gewesen seien, sei eine „Entartung der ganzen Schöpfung“ festzustellen, deren radikale Zerstörung durch eine Flut sei die göttliche „Folgerung aus diesem Überhandnehmen der SĂŒnde.“cite-ref-22[22] Von Rads Deutung wurde viel rezipiert. In seiner Monographie zum Thema erwĂ€gt Jaap Doedens, dass die ErzĂ€hlung durch den Wunsch angeregt wurde, Strukturen der Megalithkultur zu deuten. Der Tenor der vorliegenden ErzĂ€hlung sei aber, dass die Menschheit stets darauf aus sei, ihr Los zu verbessern. Dies könne nach Meinung des ErzĂ€hlers ohne Gottes Gnade nicht gelingen und habe mitunter tragische Folgen.cite-ref-23[23]
‱ Gen 11,1–9 ErzĂ€hlung vom Turmbau zu Babel: nach Gertz ein Werk der Redaktion, welche die aus der Priesterschrift und der des weisheitlichen ErzĂ€hlers zusammengefĂŒgte Urgeschichte einerseits, deren Verbindung mit den ErzelternerzĂ€hlungen andererseits voraussetzt.cite-ref-24[24]

Die Priesterschrift und der weisheitliche ErzĂ€hler teilen die in der Antike weit verbreitete GrundĂŒberzeugung, dass „alles GegenwĂ€rtige und ZukĂŒnftige sein Wesen im Anfang erhalten hat.“cite-ref-25[25] Schöpfung und Flut gehören insofern zusammen, denn erst nach der Flut herrschen die LebensverhĂ€ltnisse, die auch die eigene Gegenwart kennzeichnen (Eingrenzung der Gewalt durch Noachidische Gebote). In die Welt vor der Flut fĂŒhrt kein Weg zurĂŒck.

Die ZusammenfĂŒgung der Priesterschrift und der weisheitlichen ErzĂ€hlung zu einer Urgeschichte schuf ein spannungsreiches Bild der menschlichen Lebensbedingungen: „die Welt ist ‚sehr gut‘, aber auch sehr schmerzhaft, und Menschen sind die Krone der Schöpfung und Geschöpfe, die viel Leid ertragen.“cite-ref-26[26]

ErzelternerzÀhlungen

Die Toledot der Priesterschrift setzen sich in den ErzelternerzÀhlungen fort; so entsteht ein ErzÀhlfaden von der Schöpfung bis zur Familie Abrahams, welche durch drei Generationen bis zu den zwölf Söhnen Jakobs/Israels begleitet wird.

‱ Gen 11,27–32 Toledot Terachs;
‱ Gen 25,12–17 Toledot Ismaels;
‱ Gen 25,19 Toledot Isaaks;
‱ Gen 36,1–43 Toledot Esaus;
‱ Gen 37,2 Toledot Jakobs.

Neu ist ab den Toledot Terachs, dass damit ein grĂ¶ĂŸerer ErzĂ€hlzusammenhang eingeleitet wird, der in diesem Fall bis Gen 25,11 reicht. Mit Terachs Sohn Abra(ha)m, von dem diese Kapitel handeln, verlangsamt sich das ErzĂ€hltempo, wie es der Bedeutung dieses Patriarchen entspricht. „Es ist zweifellos ein großer Moment in der biblischen Storyline, als Abraham die BĂŒhne betritt.“cite-ref-27[27]

Abraham (Abram) und Sara (Sarai)

‱ Gen 12,1–9 . JHWH fordert Abram auf, sein Land, seine Verwandtschaft und seine Familie (hebrĂ€isch Ś‘Ö”ÖŒŚ™ŚȘ ŚÖžŚ‘ bĂȘt ’āv)cite-ref-28[28] zurĂŒckzulassen und in ein Land zu ziehen, das er ihm zeigen werde. Dort wĂŒrden seine Nachfahren ein großes Volk und er selbst zum Segen fĂŒr „alle Sippen (hebrĂ€isch ŚžÖŽŚ©Ö°ŚŚ€Ö°ÖŒŚ—Ś•ÖčŚȘ miĆĄpəងÎt)cite-ref-29[29] der Erde“ werden. Auf diese Zusage hin bricht Abram mit seiner Frau Sarai und seinem Neffen Lot von Haran in Nordsyriencite-ref-30[30] nach Kanaan auf. Nun ist Sarai aber unfruchtbar. Das Problem der Kinderlosigkeit gab es in der Urgeschichte nicht; es tritt in der Genesis hier erstmals auf.cite-ref-31[31] Die ErzĂ€hlspannung der Abrahamgeschichten wird mit dem Thema Kinder erzeugt: Erst gibt es gar keine Erben und spĂ€ter mehrere Konkurrenten um Abrahams Erbe.cite-ref-32[32] Indem die ErzĂ€hlung von Abrahams Aufbruch in Mesopotamien an den Anfang gesetzt wurde, erscheint er in allen folgenden ErzĂ€hlungen als Fremdling und eignet sich so als Identifikationsfigur der aus Babylonien nach JudĂ€a zurĂŒckkehrenden Deportierten.cite-ref-33[33]
‱ Gen 12,10–20 : Abrams Familie hĂ€lt sich in Ägypten auf; Sarai gerĂ€t dort in Gefahr, da der Pharao sie zur Frau wĂŒnscht. Es gibt dreimal eine „GefĂ€hrdung der Ahnfrau“ in der Genesis – die Ă€lteste ErzĂ€hlung findet sich in Gen 26 und handelt von Rebekka. Verglichen damit, hat die vorliegende ErzĂ€hlung ZĂŒge des Exodus, den das Ehepaar Abram und Sarai sozusagen vorab durchlebt. Sarai ist im Palast des Pharaos und wird durch JHWHs Eingreifen aus unmittelbarer Gefahr gerettet.cite-ref-34[34]
‱ Gen 13,1–18 : Abram und Lot besitzen beide große Herden. Aufgrund des Konflikts zwischen ihren Hirten schlĂ€gt Abram die Trennung vor und ĂŒberlĂ€sst Lot großzĂŒgig die Wahl. Lot greift ohne Zögern zu und wĂ€hlt das wasserreiche Jordantal;cite-ref-35[35] seinem Onkel lĂ€sst er das karge JudĂ€ische Bergland. Beide Protagonisten werden so durch ihr Handeln charakterisiert.cite-ref-36[36] JHWH wiederholt seine Zusagen von Land und Nachkommenschaft fĂŒr Abram. Im Kern der Kapitel 13, 18 und 19 wird der Ă€lteste Bestand der AbrahamĂŒberlieferung vermutet: ein Abraham-Lot-Zyklus. Man muss sich die Verheißung von Land und Nachkommenschaft in Gen 13 und Abrahams Versuch, Sodom zu retten, in Gen 18 hierbei allerdings wegdenken, da beide Texte als spĂ€tere Erweiterungen gelten.cite-ref-37[37]
‱ Gen 14,1–24 versetzt den Leser in einen Krieg zwischen zwei Koalitionen von Stadtkönigen. Abram kĂ€mpft mit seinen MĂ€nnern auf Seiten Sodoms und Gomorras gegen die Koalition um König Kedor-Laomer, um Lot aus der Gefangenschaft zu retten. Nach dem Sieg segnet ihn Melchisedek, der König von Salem (= Jerusalem), ein „Priester Gottes des Höchsten,“ und Abraham entrichtet ihm den Zehnten. Die Begegnung mit Melchisedek bringt Abram in Beziehung zum Jerusalemer Kult, den er mit dem Zehnten anerkennt.cite-ref-38[38]
‱ Gen 15,1–21 : JHWH verheißt Abram Land und Nachkommenschaft. Abram bringt Tieropfer dar und hat einen Traum, in dem JHWH ihm einen Blick in die Zukunft ermöglicht. Seine Nachkommen werden in einem fremden Land unterdrĂŒckt werden, aber ausziehen und nach Kanaan zurĂŒckkehren. JHWH schließt mit Abram seinen Bund. Diese ErzĂ€hlung verdichtet wesentliche Motive des gesamten Pentateuch in der Abrahamsgestalt: Nicht nur auf den Exodus, sondern auch auf die Gesetzgebung am Sinai wird angespielt, und Abrams Schlachtungen erinnern an den priesterlichen Opferkult.cite-ref-39[39]
‱ Gen 16,1–16 : Da Sarai unfruchtbar ist, ĂŒberlĂ€sst sie Abram ihre Sklavin Hagar, um „durch sie zu einem Sohn zu kommen“ (V. 2). Hagar wird von Abram schwanger. Sara fĂŒhlt sich durch ihre Sklavin missachtet und drangsaliert sie mit Abrams Billigung. Hagar flieht in die WĂŒste. An einer Quelle begegnet sie einem Engel, der sie zu Abram und Sarai zurĂŒckschickt und ihrem bald darauf geborenen Sohn Ismael große Nachkommenschaft verheißt. Ismael steht fĂŒr eine Konföderation von „proto-beduinischen StĂ€mmen.“cite-ref-40[40]
‱ Gen 17,1–27 : JHWH offenbart sich Abram als El Schaddai und gewĂ€hrt ihm rein aus Gnade einen ewigen Bund, verbunden mit neuen Namen: Abraham und Sara. Die Beschneidung ist das Bundeszeichen. JHWH verheißt Abraham einen Sohn von seiner Frau Sara. Dies ist die wichtigste Abraham-ErzĂ€hlung der Priesterschrift: Abraham ist Identifikationsfigur des nachexilischen Judentums, fĂŒr dessen SelbstverstĂ€ndnis die Beschneidung neben dem Schabbat zentrale Bedeutung hatte. DarĂŒber hinaus ist Abraham aber auch eine Integrationsfigur, da alle seine Nachkommen (also auch die Ismaeliter, Kinder der Ketura und Edomiter) in den Beschneidungsbund einbezogen sind.cite-ref-41[41]
‱ Gen 18,1–15 : Drei Reisende treffen in der Mittagshitze in Mamre bei Hebron ein, wo Abraham sein Zelt aufgeschlagen hat. Abraham ĂŒberbietet weit, was die gute Sitte von ihm verlangt: Er veranstaltet fĂŒr die Fremden ein Festmahl und wartet ihnen dabei auf. Der heimlich zuhörenden Sara wird von „ihm“ (einem der drei GĂ€ste, oder vielmehr der von Abram bewirteten Gottheit) ein Sohn verheißen.cite-ref-42[42] Eine nahe Parallele zu dieser ErzĂ€hlung ist die griechische Sage vom Besuch der Gottheiten Zeus, Hermes und Poseidon bei dem kinderlosen Hyrieus in Boiotien, der dann zehn Monate spĂ€ter Vater wird.cite-ref-43[43]
‱ Gen 18,16–33 : Nach Aufbruch der GĂ€ste informiert JHWH Abraham darĂŒber, dass er beschlossen habe, die StĂ€dte Sodom und Gomorra aufgrund ihrer schweren Verbrechen zu vernichten. Abraham versucht, Sodom (und damit auch seinen Neffen Lot) zu retten und argumentiert: Es darf nicht sein, dass Gerechte mit den Ungerechten sterben. Der richtende Gott muss selbst gerecht sein. Abraham handelt Gott bis auf zehn Gerechte herunter – wenn diese zehn sich in Sodom finden, wird der Ort verschont.cite-ref-44[44]

‱ Gen 19,1–29 : Die Reisenden kehren anschließend in Sodom bei Lot ein. Auch dieser erweist sich Ă€hnlich wie Abraham zunĂ€chst als zuvorkommender Gastgeber. Aber dann werden die Fremden von den MĂ€nnern Sodoms sexuell bedrĂ€ngt. Vergeblich versucht Lot, seine GĂ€ste zu schĂŒtzen, indem er den MĂ€nnern Sodoms seine beiden Töchter zur Vergewaltigung anbietet. Die Reisenden schĂŒtzen Lots Haus, indem sie die Angreifer mit Blindheit schlagen. FĂŒr den ErzĂ€hler ist klar: Hier gibt es keine zehn Gerechten. Die Reisenden weisen Lot an, mit Frau und Töchtern Sodom zu verlassen, bevor die Stadt vernichtet wird. So geschieht es. Lots Frau blickt verbotenerweise zurĂŒck und erstarrt zur SalzsĂ€ule. Das Motiv, dass mit dem Blick zurĂŒck alles verloren ist, hat eine Parallele in der griechischen Mythologie (Orpheus und Eurydike).cite-ref-45[45]
‱ Gen 19,30–38 : Lot und seine beiden Töchter leben nun einsam in einer Höhle im Bergland nahe dem Toten Meer. Die beiden Töchter machen ihren Vater betrunken, um von ihm schwanger zu werden; ihre Söhne gelten als StammvĂ€ter der Ammoniter und Moabiter. Diese Herkunft aus einem Inzest impliziert zwar eine Abwertung der beiden Nachbarvölker Israels, aber die ErzĂ€hlung enthĂ€lt keinerlei Kritik am Handeln der beiden Töchter Lots.cite-ref-46[46]
‱ Gen 20,1–18 : Abraham und Sara halten sich in Gerar auf; Sara gerĂ€t in Gefahr, da der Stadtkönig Abimelech sie als Frau wĂŒnscht. Diese „GefĂ€hrdung der Ahnfrau“ ist am ausfĂŒhrlichsten erzĂ€hlt und hat ihre Besonderheit darin, dass Abraham, der Sara als seine Schwester ausgegeben hat, vom Vorwurf der (Not-)LĂŒge entlastet wird: Er hat demnach wirklich seine Halbschwester geheiratet und damit die Endogamieregeln befolgt, die in den ErzelternerzĂ€hlungen den Standard bilden. Abimelech als fremder König wird sehr positiv gezeichnet. Mit solchen Nachbarn ist friedliche Koexistenz möglich, Eheschließungen kommen aber nicht in Betracht.cite-ref-47[47]
‱ Gen 21,1–7 : Die hochbetagte Sara bringt den verheißenen Sohn zur Welt. Der ebenfalls greise Abraham gibt ihm den Namen Isaak (Ś™ÖŽŚŠÖ°Ś—ÖžŚ§ JiáčŁáž„āq) und beschneidet ihn im Alter von acht Tagen. Sara kommentiert diesen Namen, der innerbiblisch von der Wurzel áčŁ-áž„-q „lachen“ abgeleitet wird: „Gott ließ mich lachen; jeder, der davon hört, wird mir zulachen.“ (Vers 6)
‱ Gen 21,8–21 : Auf Saras Wunsch hin, den Gott billigt, vertreibt Abraham seine Sklavin Hagar und den gemeinsamen Sohn Ismael. Hagar und der hier als kleines, von der Mutter getragenes Kind vorgestellte Ismael verirren sich in der WĂŒste und sind dem Tode nahe. Diese ErzĂ€hlung und die von der Bindung Isaaks haben ein gemeinsames Thema: Ein Sohn Abrahams gerĂ€t in Lebensgefahr und wird durch Intervention eines Engels gerettet. „Diese Erfahrung, auf Gottes Forderung vom eigenen Vater preisgegeben zu werden, trennt Ismael nicht von Isaak, sondern verbindet die beiden BrĂŒder.“cite-ref-48[48] Die ErzĂ€hlung begrĂŒndet, warum die Nachkommen Isaaks und Ismaels getrennt voneinander leben. Sie hĂ€lt daran fest, dass beide Söhne TrĂ€ger der Verheißung seien. Aber Isaak sei dem Ismael ĂŒbergeordnet.cite-ref-49[49]
‱ Gen 21,22–34 : Abraham schließt einen Bund mit Abimelech. Das ermöglicht ihm die friedliche Nutzung des Brunnens, den er in Be’er Scheva im Negev gegraben hatte.

‱ Gen 22,1–19 : Die Bindung Isaaks auf dem Berg Morija nimmt Themen wieder auf, die bereits bei der Rettung Hagars und Ismaels aus Lebensgefahr in Kapitel 21 angesprochen waren. Ed Noort betont: „Die Hauptakteure mögen andere sein, die Konflikte mögen auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden, aber klar ist, dass die göttliche Verheißung Zukunft erst nach Todesgefahr eröffnet.“cite-ref-50[50]
‱ Gen 22,20–24 : Nachkommen Nahors.
‱ Gen 23,1–20 : Nachdem Sara gestorben ist, erwirbt Abraham eine GrabstĂ€tte (Machpela) bei Hebron. Abraham besitzt nun erstmals ein eigenes StĂŒck Land. Die Verheißung beginnt sich zu erfĂŒllen.cite-ref-51[51] Diese KauferzĂ€hlung wird meist, aber nicht unbestritten, der Priesterschrift zugerechnet.cite-ref-52[52]
‱ Gen 25,1–6 : Abraham hat, wie man erst jetzt erfĂ€hrt, auch Söhne mit seiner Nebenfrau Ketura. Er findet sie ab und schickt sie weg. Damit ist Isaak unumstrittener Erbe Abrahams.cite-ref-53[53]
‱ Gen 25,7–10 : Abraham stirbt und wird von Ismael und Isaak gemeinsam begraben. Dem priesterschriftlichen ErzĂ€hler, der hier zu Wort kommt, war die Tradition von der Vertreibung Ismaels anscheinend unbekannt.cite-ref-54[54]

Isaak und Rebekka

‱ Gen 24,1–67 : Im Auftrag Abrahams reist sein Hausverwalter (der aufgrund von Gen 15,2 in der Auslegungstradition mit EliĂ«ser von Damaskus identifiziert wird)cite-ref-55[55] nach Haran, um eine Braut fĂŒr Isaak zu finden. Der Verwalter betet darum, dass Gott ihm diese Frau zeigt. An einem Brunnen trifft er auf Rebekka, die sich sowohl durch TĂŒchtigkeitcite-ref-56[56] als auch durch Schönheit auszeichnet. Da sie auch zu Abrahams Verwandtschaft gehört, hat der Verwalter die ideale Braut gefunden. Seine erfolgreiche Brautwerbung bei Rebekkas Bruder Laban wird detailfreudig erzĂ€hlt. Isaak fĂŒhrt Rebekka in sein Zelt und gewinnt sie lieb, da sie ihm die verstorbene Mutter ersetzt.cite-ref-57[57]
‱ Gen 25,19–28 : Rebekka wird schwanger mit Zwillingen, die sich in ihrem Leib stoßen. Sie befragt JHWH, warum sie solche Beschwerden hat; JHWH offenbart ihr, dass es in der Zukunft einen Konflikt zwischen den Zwillingen bzw. den von ihnen abstammenden Völkern geben werde. Doch der JĂŒngere werde dominieren. Bei der Geburt ist Esau der Erste, und Jakob als der JĂŒngere fasst Esaus Ferse.
‱ Gen 26,1–33 : Isaaks Familie hĂ€lt sich in Gerar auf; Rebekka gerĂ€t in Gefahr, da der Stadtkönig Abimelech sie als Frau wĂŒnscht. Isaak schließt einen Bund mit Abimelech. Dieses Kapitel, das die JakobserzĂ€hlungen unterbricht, enthĂ€lt einen Zyklus von ErzĂ€hlungen um Isaak und Rebekka, die im Gebiet der Philister spielen. Da Isaak Rebekka in Gerar als seine Schwester ausgibt, sind die beiden offenbar als kinderloses Paar vorgestellt; Esau und Jakob spielen hier jedenfalls keine Rolle.cite-ref-58[58]

Jakob, Lea und Rahel

‱ Gen 25,29–34 : Jakob erwirbt „um ein Linsengericht“ das Erstgeburtsrecht seines Ă€lteren Bruders Esau.
‱ Gen 27,1–40 : Beraten von Rebekka, erlangt Jakob mit einer List den Segen des blinden Isaak, der ihn fĂŒr Esau hĂ€lt. Der ErzĂ€hler malt aus, wie die TĂ€uschung bei der Zusammenkunft Esaus mit Isaak aufgedeckt wird: die Orientierungslosigkeit des blinden Alten und die sich steigernde Verzweiflung und Wut Esaus. Denn Jakob ist und bleibt gesegnet, und einen zweiten Segen fĂŒr seinen Lieblingssohn Esau hat Isaak nicht. Die Sympathien des ErzĂ€hlers sind hier eher bei Isaak und Esau. Die Frage, wie Jakobs Trickster-Verhalten und seine Bevorzugung durch Gott zusammenpassen, gibt dem Jakob-Esau-Zyklus seine Spannung.cite-ref-59[59]
‱ Gen 27,41–28,9 Jakob muss vor dem Zorn Esaus fliehen. Der Abschied von den Eltern wird damit motiviert, dass Jakob eine Frau aus ihrer Verwandtschaft in Nordsyrien heiraten soll.
‱ Gen 28,10–22 : Jakob ĂŒbernachtet in Bet-El und hat dort eine Gottesoffenbarung („Himmelsleiter“). JHWH verspricht ihm, dass er ihn in der Fremde begleiten und wieder zu seiner Familie (bĂȘt ’āv) zurĂŒckbringen werde. Jakob gelobt, im Fall seiner RĂŒckkehr JHWH als „seinen Gott“ zu verehren und in Bet-El eine KultstĂ€tte fĂŒr JHWH einzurichten. Diese ErzĂ€hlung stĂ€rkt das Motiv der göttlichen Bevorzugung Jakobs, wĂ€hrend er im weiteren Verlauf mit seiner Trickster-Vergangenheit konfrontiert wird.cite-ref-60[60]

‱ Gen 29 bis 31: Jakob lebt in der Familie seines Onkels Laban. Er wĂŒnscht Labans Tochter Rahel zur Frau und dient Laban dafĂŒr sieben Jahre. In der Dunkelheit der Hochzeitsnacht fĂŒhrt ihm Laban aber seine Ă€ltere Tochter Lea zu. Laban macht dem protestierenden BrĂ€utigam klar: Lea ist die Ă€ltere Tochter, ihr Vorrecht werde respektiert. Der ĂŒberlistete Jakob muss Laban weitere sieben Jahre dienen. Damit wird eine weitere Folge von Tricksereien zu Ungunsten Labans in Gang gesetzt, an denen sich neben Jakob auch Rahel beteiligt. Sie wehren sich auf diese Weise dagegen, von Laban ausgenutzt zu werden.cite-ref-blum184-61-0[61]

Jakob hat mit Lea sieben Kinder: die Söhne Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issachar, Sebulon und die Tochter Dina. Gott interveniert damit zugunsten der ungeliebten Frau und gewĂ€hrt ihr Kindersegen, den er ihrer Konkurrentin vorenthĂ€lt.cite-ref-blum184-61-1[61] Leas Sklavin Silpa bringt zwei Söhne zur Welt: Gad und Ascher. Die von Jakob favorisierte Rahel wird nach lĂ€ngerer Unfruchtbarkeit schwanger mit Josef. Rahels Sklavin Bilha ist Mutter von Dan und Naftali, so dass Jakob nun Vater von elf Söhnen und einer Tochter ist. Samt seiner großen Familie verlĂ€sst er heimlich Laban, um nach Kanaan zurĂŒckzukehren. Dieser verfolgt ihn, lĂ€sst ihn aber nach einem Bundesschluss in Frieden ziehen. Mit der Heimkehr wird der ungelöste Konflikt mit Esau fĂŒr Jakob zum drĂ€ngenden Problem.

‱ Gen 32 bis 33: Jakob schickt seinem Bruder reiche Geschenke und erfĂ€hrt, dass dieser ihm bereits entgegenzieht – was Jakobs BefĂŒrchtungen verstĂ€rkt. In der Nacht ringt er mit einem Angreifer, der seine IdentitĂ€t nicht preisgibt (Jakobs Kampf am Jabbok). Er erhĂ€lt von seinem Gegner einen Segen und den neuen Namen Israel. Dies ist nach dem Traum in Bet-El die zweite Gottesoffenbarung, die Jakob erlebt. Mit dieser Umbenennung lĂ€sst er die Trickster-Vergangenheit hinter sich.cite-ref-62[62] Die anschließende Begegnung mit Esau verlĂ€uft dank dessen GroßzĂŒgigkeit friedlich. Esaus freundliches Gesicht (Gen 33,10 ) erinnert Jakob an die nĂ€chtliche Gottesbegegnung (Gen 32,31 ). Der Bruderstreit ist befriedet, aber beide gehen danach getrennte Wege.
‱ Gen 34,1–31 : Jakobs Familie siedelt sich in der NĂ€he der Stadt Sichem an. Sichem, der Sohn des Hiwiters Hamor, „des Landes Herr“, vergewaltigt Jakobs Tochter Dina. Er wĂŒnscht sie anschließend zur Frau, und Hamor ĂŒbernimmt die Brautwerbung bei Jakob. Dieser bleibt passiv, aber Dinas BrĂŒder Simeon und Levi rĂ€chen ihre Schwester: Sie lassen sich zum Schein auf die Ehevereinbarungen ein und machen die Übernahme der Beschneidung zur Bedingung. Hamor, Sichem und die anderen MĂ€nner sind nach DurchfĂŒhrung der Beschneidung kampfunfĂ€hig, und so dringen Simeon und Levi in die friedliche Stadt ein, ermorden alle mĂ€nnlichen Einwohner und holen Dina nach Hause. Jakob distanziert sich von ihrer Tat, da seine Familie sich damit bei der Bevölkerung des Landes verhasst gemacht habe.

Jakobs Kritik an Simeon und Levi wird ebenso wie Rubens Fehlverhalten, der mit der Konkubine seines Vaters geschlafen hatte (Gen 35,22 ), am Ende der Genesis in Jakobs Segen ĂŒber seine Söhne bzw. die zwölf StĂ€mme Israels wieder aufgegriffen und begrĂŒndet ein relativ ungĂŒnstiges Geschick dieser StĂ€mme.cite-ref-63[63]

‱ Gen 35,1–15 : Jakobs Familie siedelt nun bei Bet-El, wo er Gott einen Altar und ein Steinmal errichtet. Die Gruppe legt alle Kultidole (Terafim) ab, die bislang mitgefĂŒhrt wurden. Jakob empfĂ€ngt erneut Gottes Segen und Verheißung. Im Rahmen der JakobserzĂ€hlungen wird hier das Versprechen von Gen 28 eingelöst. Blickt man ĂŒber den Pentateuch hinaus, so klingen hier Themen an, die in Jos 24,1–28 wieder aufgenommen werden.cite-ref-64[64]
‱ Gen 35,16–29 : Auf der Weiterreise stirbt Rahel bei der Geburt ihres zweiten Sohnes Benjamin und wird auf dem Weg nach Efrata, nahe Bethlehem, begraben. Jakob kehrt nach Mamre bei Hebron zurĂŒck, von wo er einst aufgebrochen war. Isaak stirbt im hohen Alter und wird von seinen Söhnen Esau und Jakob gemeinsam in Machpela bestattet.

Josefsgeschichte

‱ Gen 37,3–36 : Die Exposition der Josefsgeschichte ist kompliziert, Kapitel 37 wurde daher zu einem klassischen Feld fĂŒr literarkritische Operationen.cite-ref-65[65] „Doch bleibt die Zerlegung der Josefsgeschichte wegen deren thematischer und formaler Geschlossenheit fraglich.“cite-ref-66[66] Die Exposition fĂŒhrt mehrere Motive ein, die im weiteren Verlauf der Handlung wieder begegnen: TrĂ€ume, GewĂ€nder, Gefangenschaft.

Josef, der Ă€lteste Sohn Rahels, wird von seinem Vater sichtbar bevorzugt und trĂ€gt ein buntes Prachtgewand. Das erregt den Hass der anderen Jakobssöhne. Josef trĂ€umt von der Dominanz in der Familie, und da er den BrĂŒdern davon erzĂ€hlt, steigert dies ihren Hass. Als sie beim ViehhĂŒten allein sind und Josef sich nĂ€hert, planen sie, den „TrĂ€umer“ zu ermorden. Die Lea-Söhne Ruben und Juda versuchen, Josefs Leben zu retten: Ruben, indem er vorschlĂ€gt, Josef in eine wasserlose Zisterne zu werfen, aus der er ihn spĂ€ter befreien will, und Juda, indem er die BrĂŒder ĂŒberzeugt, Josef an ismaelitische SklavenhĂ€ndler zu verkaufen. Allerdings kommen ihnen Midianiter zuvor, die Josef aus der Zisterne ziehen und ihrerseits an die SklavenhĂ€ndlerkarawane verkaufen. Die BrĂŒder zerreißen Josefs Prachtgewand, tauchen es in Tierblut und legen dieses fingierte BeweisstĂŒck Jakob vor: Ein Raubtier habe Josef getötet. Jakob trauert und lĂ€sst sich nicht trösten.

‱ Gen 38,1–30 : Hier wird die Familiengeschichte Judas eingeschoben. Der Leser verliert Josef zwischenzeitlich aus den Augen, was die Spannung erhöht.cite-ref-67[67] Juda schickt seine verwitwete Schwiegertochter Tamar in ihre Herkunftsfamilie zurĂŒck, mit der Zusicherung, sie könne in spĂ€teren Jahren seinen jĂŒngsten Sohn heiraten. Diese Heirat enthĂ€lt er ihr aber vor. In ihrer perspektivlosen Situation verkleidet sich Tamar als Prostituierte und wird von Juda, der sie nicht erkennt, geschwĂ€ngert. Tamar kann nachweisen, dass Juda der Vater ihres Kindes ist, und entgeht damit der Todesstrafe. Juda erklĂ€rt: „Sie ist gerecht, ich nicht“ (Vers 26). Von nun an wird sich ein sozusagen gelĂ€uterter Juda vorbildlich um den Familienfrieden bemĂŒhen.cite-ref-68[68]

‱ Gen 39 bis 41: Josef hat es als Sklaven nach Ägypten verschlagen. Er ist auf sich gestellt, aber Gottes Segen wirkt sich so aus, dass ihm alles gelingt. Jedem Absturz folgt ein umso steilerer Aufstieg: Im Haushalt des Potifar bringt es Josef bis zum Hausverweser. Potifars Frau fordert ihn zum Ehebruch auf, aber Josef bleibt loyal zu seinem Herrn und weigert sich. Er flieht und lĂ€sst sein Gewand zurĂŒck. Mit diesem fingierten BeweisstĂŒck klagt ihn die Frau der versuchten Vergewaltigung an. Josef wird ins GefĂ€ngnis geworfen. Hier steigt er alsbald vom HĂ€ftling zum Assistenten des GefĂ€ngnisaufsehers auf. Er erhĂ€lt Gelegenheit, zwei vornehmen Gefangenen, OberbĂ€cker und Obermundschenk, ihre TrĂ€ume zu deuten. Der Obermundschenk wird begnadigt und kehrt in sein hohes Amt zurĂŒck, genau wie Josef es vorhergesagt hatte. Aber er vergisst Josef, der ihn gebeten hatte, sich fĂŒr seine Freilassung einzusetzen. Zwei Jahre spĂ€ter hat der Pharao beunruhigende TrĂ€ume, die niemand zu deuten vermag. Nun erinnert sich der Obermundschenk an Josefs mantische FĂ€higkeiten. Josef wird aus dem GefĂ€ngnis geholt. Neu eingekleidet tritt er dem Pharao gegenĂŒber. Dessen TrĂ€ume, die Josef deutet, kĂŒnden eine bevorstehende schwere Hungersnot an. Josef rĂ€t dem Herrscher, VorrĂ€te anzulegen. Mit dieser Aufgabe betraut der Pharao Josef und macht ihn zu seinem Vizekönig. Die weitgehende Integration Josefs in Ägypten zeigt sich in seiner Eheschließung mit der Priestertochter Asenat.
‱ Gen 42 bis 45: Auch Kanaan ist von der Hungersnot betroffen. Jakob schickt seine Söhne nach Ägypten, um Getreide einzukaufen. Benjamin, den einzigen Sohn, der ihm von der geliebten Rahel geblieben ist, behĂ€lt er aber bei sich. In Ägypten treten die BrĂŒder dem Vizekönig als Bittsteller gegenĂŒber. Er erkennt sie, doch sie erkennen ihn nicht wieder. Josef nutzt seine Macht, um die BrĂŒder mehreren PrĂŒfungen zu unterziehen, die auf sein eigenes Schicksal anspielen: Erst lĂ€sst er Simeon gefangen setzen. Damit erzwingt er, dass Benjamin nach Ägypten gebracht wird, um Simeon auszulösen. Benjamin lĂ€sst er als angeblichen Becherdieb verhaften. Zuerst in Todesgefahr, soll er dann als Sklave in Ägypten enden. Aber diesmal sind die BrĂŒder mit dem Rahel-Sohn solidarisch. Juda setzt zu einem großen PlĂ€doyer an: Wenn Benjamin nicht heimkehrte, wĂŒrde das den alten Vater umbringen. Er bietet sich selbst als Sklave an Benjamins Stelle an. Nun gibt sich Josef seinen BrĂŒdern zu erkennen. Mit FestgewĂ€ndern beschenkt, sind sie zu einem großen Bankett beim Vizekönig geladen. Dann kehren sie zu Jakob zurĂŒck. Die Freudenbotschaft, dass der als tot betrauerte Josef lebt, kann der alte Vater zunĂ€chst nicht fassen. Dann aber will er nach Ägypten reisen, um Josef ein letztes Mal zu sehen.

Mit Jakobs Aufbruch (Gen 45,28 ) enden mehrere Spannungsbögen, weshalb beispielsweise Walter Dietrich hier das Ende der „Grundnovelle“ siehtcite-ref-69[69] – um den Preis, dass die Wiederbegegnung von Vater und Sohn dann offen bliebe.cite-ref-70[70]

‱ Gen 46,1–34 : Jakob reist nach Ägypten und sieht Josef wieder. Die ganze Jakobsfamilie lĂ€sst sich in der Region Goschen nieder.
‱ Gen 47,1–12 : Jakob hat eine Audienz beim Pharao.
‱ Gen 47,13–26 : Im Gegenzug fĂŒr Getreidezuteilungen wĂ€hrend der Hungersnot erwirbt Josef das ganze Land fĂŒr den Pharao und macht die Einwohner zu dessen Leibeigenen.
‱ Gen 47,27–31 : Jakob nimmt Josef das Versprechen ab, ihn nicht in Ägypten zu begraben.
‱ Gen 48,1–22 : Jakob segnet Josefs Söhne Efraim und Manasse.
‱ Gen 49,1–28 : Der sogenannte Jakobssegen ĂŒber seine zwölf Söhne bietet sowohl erhebliche sprachliche als auch inhaltliche Schwierigkeiten. Es handelt sich um StammessprĂŒche, die bei den drei Ă€ltesten Lea-Söhnen Ruben, Simeon und Levi negativ gehalten sind. Dadurch kommt der viertgeborene Lea-Sohn Juda in eine Vorzugsstellung; er hat neben Josef den lĂ€ngsten Segensspruch. Karin Schöpflin vermutet, dass am Anfang Jakobs Segen ĂŒber seinen Lieblingssohn Josef gestanden habe. Als es ĂŒblich wurde, Josef mit dem Nordreich Israel zu identifizieren, habe das konkurrierende SĂŒdreich einen Josef ĂŒberbietenden Segen fĂŒr Juda gebraucht. Dieser hat eine zukunftsbezogene, messianische Dimension. Danach wurde aufgefĂŒllt, und jeder Jakobssohn erhielt seinen Spruch. Das Material dafĂŒr waren Wortspiele mit dem Namen und Hinweise auf das Wohngebiet und politische Geschick des jeweiligen Stammes.cite-ref-71[71]
‱ Gen 49,29–33 und Gen 50,1–14 : Jakob Ă€ußert vor seinem Tod noch den Wunsch, in Machpela bei Hebron begraben zu werden. Deshalb wird Jakobs Leichnam einbalsamiert und dann von der ganzen Familie mit einem prachtvollen Trauerzug nach Machpela geleitet, wo er bestattet wird. Damit hat die Jakobsfamilie Ägypten verlassen, wird aber mit Vers 14 wieder dorthin zurĂŒckgebracht (was ja fĂŒr die Ausgangssituation des Buchs Exodus unverzichtbar ist).
‱ Gen 50,15–21 : Josef versichert seinen besorgten BrĂŒdern, dass er ihnen wohlgesonnen sei. Sie hatten ihm zwar einst ĂŒbel mitgespielt, aber Gott ließ Gutes daraus entstehen. Erst hiermit ist die Versöhnung zwischen den BrĂŒdern erreicht.cite-ref-72[72]
‱ Gen 50,22–26 : Josef blickt an seinem Lebensende voraus auf Israels Auszug aus Ägypten und die Ansiedlung in Kanaan. Er stirbt und wird einbalsamiert. Dieses Motiv verbindet die Genesis mit anderen biblischen BĂŒchern: Mose lĂ€sst Josefs Gebeine beim Auszug mitnehmen (Ex 13,19 ); nach Jos 24,32 werden sie in Sichem bestattet.

Textgeschichte

HebrÀisch

→

Hauptartikel

:

Schriftrollen vom Toten Meer

,

Masoretischer Text

und

Samaritanischer Pentateuch

Das Àlteste Exemplar der Genesis unter den Schriftrollen vom Toten Meer ist 6QpaleoGen in althebrÀischer Schrift (geschrieben ungefÀhr zwischen 250 und 150 v. Chr.).cite-ref-qumran-74-0[74] Armin Lange unterscheidet bei den Genesis-Manuskripten:cite-ref-langepentateuch-75-0[75]

‱ Texte, die dem spĂ€ter im Judentum autoritativ gewordenen Masoretischen Text Ă€hnlich sind (semi-Masoretic): 4QGen–Exoda (4Q1), 4QpaleoGen-Exodl (4Q11);
‱ Texte, die als Vorstufe zu diesem Masoretischen Text betrachtet werden können (proto-Masoretic): MurGen–Exod.Numa (Mur1, gefunden im Wadi MurabbaÊżat), SdeirGen (Sdeir1, aus dem Antikenhandel, angeblich gefunden im Wadi Sdeir), 4QGenb (4Q2);
‱ Texte, die dem Masoretischen Text und dem Samaritanischen Pentateuch (Samaritanus) gleich nahe stehen: 4QGenc (4Q3), 4QGene (4Q5), 4QGeng (4Q7, Foto), 4QGenj (4Q9);

DarĂŒber hinaus gibt es unabhĂ€ngige Texte, nicht klassifizierbare Fragmente (darunter z. B. das sehr alte Manuskript 6QpaleoGen) und Fragmente, die eher nicht zu einer kompletten Tora- oder Genesisrolle gehört haben, sondern zu Manuskripten mit Exzerpten aus biblischen Texten.cite-ref-langepentateuch-75-1[75]

Die Taylor-Schechter Genizah Collection der Cambridge University Library besitzt zwei Fragmente einer spĂ€tantiken oder frĂŒhmittelalterlichen Buchrolle, deren Datierung strittig ist (5./6. oder 8./9. Jahrhundert). Diese Rolle enthielt wohl nur das Buch Genesis in unvokalisiertem HebrĂ€isch; der Text ist praktisch identisch mit dem Masoretischen Text des Codex Leningradensis.cite-ref-langepentateuch-75-2[75]

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal des Masoretischen Textes von anderen Textfamilien (Samaritanus und hebrĂ€ische Vorlage der Septuaginta) sind die unterschiedlichen Angaben zum Lebensalter der Patriarchen vor der Sintflut Gen 5,1–32 . Hinter allen drei Rezensionen steht offenbar das BemĂŒhen, in der Urgeschichte bzw. in der Weltgeschichte insgesamt eine sinnvolle Periodisierung herzustellen. Die Chronologie des Samaritanus in Gen 5,1–32 ist in sich logisch: Alle Patriarchen, die vor Henoch geboren wurden, erlebten demnach die Geburt Henochs mit; alle Patriarchen, die Henoch ĂŒberlebten, starben gleichzeitig – in der Sintflut. Die Chronologie des Masoretischen Textes weicht davon ab. Ihr zufolge fand der Auszug aus Ägypten im Jahr 2666 nach Erschaffung der Welt statt; sie ist so berechnet, dass die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels durch Judas MakkabĂ€us (164 v. Chr.) ins Jahr 4000 nach Erschaffung der Welt datiert wird.cite-ref-76[76] Die Genesis-Septuaginta setzt in Gen 5 das Alter der Patriarchen bei Zeugung des ersten Sohnes um 100 Jahre spĂ€ter an als der Masoretische Text und verkĂŒrzt ihre darauf folgende Lebenszeit um 100 Jahre. Auf diese Weise stimmt das Lebensalter der Patriarchen mit den Angaben des Masoretischen Textes ĂŒberein, aber die absolute Chronologie verlĂ€ngert sich um 400 Jahre (Methusalem, Gen 5,21–27 , ĂŒberlebte nach der Chronologie der Septuaginta die Sintflut um 14 Jahre, ohne in der Arche gewesen zu sein).cite-ref-77[77]

Der Samaritanische Pentateuch ist insgesamt durch Harmonisierungen gekennzeichnet, die fĂŒr eine leichtere Lesbarkeit des Textes sorgen; dies trifft auch auf das Buch Genesis zu. Trotz dieser sekundĂ€ren ZĂŒge bewahrt er manchmal eine Ă€ltere Textfassung als der Masoretische Text, besonders dort, wo er mit der Septuaginta und dem Buch der JubilĂ€en ĂŒbereinstimmt.cite-ref-78[78]

Im Masoretischen Text der Genesis finden sich typische Kopistenfehler, wie der Vergleich mit Samaritanus und Septuaginta zeigt; ein Beispiel ist die Auslassung (Aberratio oculi) in Gen 4,8 :cite-ref-hendel-79-0[79]

‱ „Und Kain sagte zu seinem Bruder Abel: Lass uns auf das Feld gehen! Und es geschah, als sie auf dem Feld waren 
“ (Samaritanus und Septuaginta)
‱ „Und Kain sagte zu seinem Bruder Abel. Und es geschah, als sie auf dem Feld waren 
“ (Masoretischer Text)

Ronald Hendel weist darauf hin, dass den Revisoren, die den Masoretischen Text herstellten, auch an einer glatteren ErzĂ€hlung gelegen war: In dem Ă€lteren Text von Gen 45,5–11 , wie er in der Septuaginta erhalten ist, spricht der Pharao zweimal zu Josef, unterbrochen von der Anreise der Jakobsfamilie. Durch Umstellung des Textes machten die Revisoren daraus eine einzige, lĂ€ngere Pharaorede.cite-ref-hendel-79-1[79]

Griechisch

→

Hauptartikel

:

Septuaginta

Im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde die Genesis als erstes Buch des Pentateuch von einem jĂŒdischen Gelehrten, wahrscheinlich in Alexandria, ins Griechische ĂŒbersetzt. Dies war eine Pionierleistung, da er keine Vorbilder fĂŒr sein Vorhaben hatte; umgekehrt wurde die Genesis von spĂ€teren Übersetzern biblischer BĂŒcher ins Griechische als Modell genutzt und prĂ€gte daher die Septuaginta insgesamt. Die hebrĂ€ische Vorlage unterscheidet sich punktuell sowohl vom Masoretischen Text als auch vom Samaritanischen Pentateuch (Samaritanus); Beispiele:cite-ref-septuagintadeutsch-80-0[80]

‱ „Und Gott vollendete am sechsten Tag seine Werke, die er gemacht hatte, und er ruhte am siebten Tag 
“ (Gen 2,2 , ĂŒbereinstimmend mit dem Samaritanus gegen den Masoretischen Text)
‱ „Und es geschah im 601. Jahr in Noahs Leben, 
 dass das Wasser von der Erde wich.“ (Gen 8,3 , gegen den Samaritanus und den Masoretischen Text)

Unter den hebrĂ€ischen Genesis-Texten der Schriftrollen vom Toten Meer findet sich kein Manuskript, das der Vorlage des Septuaginta-Übersetzers nahesteht. Übereinstimmungen zwischen Qumran-Fragmenten und Septuaginta-Genesis gegen den Masoretischen Text sind daher sehr selten.cite-ref-81[81]

Da der hebrĂ€ische Konsonantentext unvokalisiert war, kommt es manchmal allein dadurch, dass der Septuaginta-Übersetzer ihn anders vokalisierte als spĂ€ter die Masoreten, zu einem ganz anderen TextverstĂ€ndnis. Ein Beispiel:cite-ref-septuagintadeutsch-80-1[80]

‱ „Vögel aber kamen auf die Körper [der geschlachteten Opfertiere] herab, auf ihre HĂ€lften, und Abram setzte sich neben sie.“ (Gen 15,11 ; Masoretischer Text und Samaritanus dagegen lesen: verjagte sie)

Die Übersetzungstechnik wechselt. Anscheinend waren manche Teile der Genesis in der alexandrinischen Gemeinde wohlbekannt, vor allem die Josefsnovelle. Das ermutigte zu freier Übersetzung, auch zu ErgĂ€nzungen. Mit anderen Textabschnitten war der Übersetzer kaum vertraut. Seine Übersetzung wurde dann sehr wortgetreu. Wenn er sich den Text so erarbeiten musste, unterliefen ihm allerdings auch Fehler. Denn seine hebrĂ€ische Sprachkompetenz war begrenzt.cite-ref-septuagintadeutsch-80-2[80]

Die Übersetzung von Gen 5,24 zeigt, dass der Übersetzer die zeitgenössische Henochliteratur kannte:cite-ref-septuagintadeutsch-80-3[80]

‱ „Und Henoch gefiel Gott, und er war unauffindbar, weil Gott ihn (an einen andern Ort) versetzt hatte.“

Dank seiner hellenistischen Bildung gab der Genesis-Übersetzer geografische Bezeichnungen im hebrĂ€ischen Text oft durch ein griechisches Äquivalent wieder (Beispiel: Aram-Naharaim Gen 24,10 und Paddan-aram Gen 25,20 = Mesopotamien). In Ägypten identifizierte er Goschen mit Heroopolis und On mit Heliopolis. Seltsam ist die Notiz (Gen 35,19 und Gen 48,7 ), dass sich das Grab Rahels in der NĂ€he eines Hippodroms befunden habe.cite-ref-82[82] Es ist seiner Transkriptionsweise zu verdanken, dass moderne BibelĂŒbersetzungen in der Regel Gaza (statt hebrĂ€isch ŚąÖ·Ś–ÖžÖŒŚ” ‘Azzāh) und Gomorr(h)a (statt hebrĂ€isch ŚąÖ±ŚžÖčŚšÖžŚ” ‘Ämorāh) lesen. Er prĂ€gte zahlreiche Neologismen.cite-ref-83[83] Die Scheol ĂŒbersetzte er mit Hades, ohne dass deutlich wĂŒrde, welche Vorstellungen er selbst vom Totenreich hatte.cite-ref-84[84] Indem in der FluterzĂ€hlung der Begriff altgriechisch ÎșαταÎșλυσΌός kataklysmĂłs verwendet wird, werden beim Leser antik-philosophische Modelle von zyklisch wiederkehrenden Katastrophen aufgerufen.cite-ref-85[85]

AramÀisch

→

Hauptartikel

:

Targum

Der Targum Onkelos entstand der jĂŒdischen Tradition zufolge im frĂŒhen 2. Jahrhundert n. Chr., wurde von Gelehrten im 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. in Babylonien redigiert und in seiner heute bekannten Form finalisiert. Er stellt insgesamt eine sehr wörtliche Übersetzung aus dem HebrĂ€ischen dar. Um die Transzendenz Gottes zu betonen, werden anthropomorphe ZĂŒge des Gottesbildes geĂ€ndert, beispielsweise „roch“ Gott nicht das Opfer Noachs, sondern „nahm es wohlgefĂ€llig an“ (Gen 8,21 ). Die Erhabenheit Gottes ist dadurch gewahrt, dass er nicht unmittelbar mit den Menschen in Kontakt tritt, sondern durch seine „Gegenwart“ (Schechina) oder sein „Wort“. Gelegentlich stimmt der Targum Onkelos mit dem Samaritanus und der Septuaginta ĂŒberein gegen den Masoretischen Text. Aber insgesamt ist der Targum in der Genesis nach EinschĂ€tzung von Avigdor Shinan vor allem als Zeuge fĂŒr die jĂŒdische Rezeption des Textes in der Antike interessant und weniger fĂŒr die Textkritik.cite-ref-86[86]

Der Targum Pseudo-Jonathan ist das Gegenteil vom Targum Onkelos: der Text der Genesis ist angereichert mit vielen ErgĂ€nzungen teils haggadischer Art. Pseudo-Jonathan bringt kritische Anmerkungen zu den Erzeltern und fĂŒgt nicht nur ErwĂ€hnungen von Engeln in den Bibeltext ein, sondern auch des Satan, zum Beispiel in Gen 3,6 . Die Datierung dieses Targum schwankt zwischen dem 4. und dem 8./9. Jahrhundert, doch die Indizien deuten auf eine spĂ€te Entstehung – wenn auch die ErwĂ€hnung von Mohammeds Frau und Tochter in Gen 21,21 eine Glosse sein dĂŒrfte.cite-ref-87[87]

Lateinisch

Die Vulgata ist nach EinschĂ€tzung von Hedley Sparks eine erstaunliche Mischung: manchmal ĂŒbersetzte Hieronymus streng wörtlich, dann wieder ĂŒbernahm er Formulierungen der Vetus Latina, einer frĂŒhen lateinischen TochterĂŒbersetzung der Septuaginta. Manchmal klingt eine jĂŒdische Tradition an, an anderen Stellen gab Hieronymus seinem Text einen „christlichen Klang.“ Eine christologische Anspielung brachte Hieronymus beispielsweise in Gen 40,19 : der OberbĂ€cker wird vom Pharao „ans Kreuz (statt: ans Holz) gehĂ€ngt“; weil im folgenden Vers von „drei Tagen“ die Rede war, konnte der christliche Leser kaum anders, als an die Kreuzigung Christi zu denken.

Obwohl Hieronymus Überlegungen zur Methode des Übersetzens anstellte, attestiert ihm Sparks, dass er spontan nach seinem SprachgefĂŒhl ĂŒbersetzte.cite-ref-88[88] Als Hieronymus sich um 398 der Genesis zuwandte, hatte er durch jahrelange Erfahrung mit dem BibelĂŒbersetzen die Sicherheit gewonnen, sich von wortwörtlichen Übersetzungen zu lösen. Ein Testfall fĂŒr den selbstĂ€ndigen Umgang mit der Vorlage ist die Wiedergabe der hĂ€ufigen PrĂ€position hebrĂ€isch Ś‘Ö”ÖŒŚ™ŚŸ bĂȘn „zwischen“, die im HebrĂ€ischen gedoppelt wird: „zwischen A und zwischen B.“ In Gen 3,15 brachte der Septuaginta-Übersetzer diesen Hebraismus gleich zweimal: „Und Feindschaft werde ich setzen zwischen dir und zwischen der Frau, zwischen deiner Nachkommenschaft und zwischen ihrer Nachkommenschaft.“ Hieronymus formulierte knapper und eleganter: „Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau, deiner Nachkommenschaft und ihrer Nachkommenschaft“ (inimicitias ponam inter te et mulierem et semen tuum et semen illius).cite-ref-89[89]

Die Funde antiker hebrĂ€ischer Schriftrollen in der WĂŒste Juda haben die textkritische Bedeutung der Vulgata gemindert; sie hat aber immer noch Gewicht, besonders dort, wo sie mit anderen Textzeugen gegen den Masoretischen Text ĂŒbereinstimmt. Ein Beispiel ist Gen 3,17 , wo anscheinend die beiden Ă€hnlich aussehenden hebrĂ€ischen Buchstaben Dalet (Ś“) und Resch (Śš) verwechselt wurden:cite-ref-90[90]

‱ „Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört hast und von dem Baum gegessen hast, 
 sei die Erde bei deiner Arbeit verflucht.“ (Vulgata, Ă€hnlich Septuaginta; beide lasen in ihrer Vorlage anscheinend hebrĂ€isch Ś‘ŚąŚ‘Ś“Śš)
‱ „Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört hast und von dem Baum gegessen hast, 
 ist der Erdboden deinetwegen (hebrĂ€isch Ś‘Ö·ÖŒŚąÖČŚ‘Ś•ÖŒŚšÖ¶ŚšÖž) verflucht.“ (Masoretischer Text)

Rezeptionsgeschichte

JĂŒdische Leser

Hellenismus und FrĂŒhe Kaiserzeit

→

Hauptartikel

:

Genesis-Apokryphon

,

Buch der JubilÀen

und

Liber Antiquitatum Biblicarum

Qumran

Das Buch Genesis war fĂŒr das Judentum zur Zeit des Zweiten Tempels von hervorragender Bedeutung. Indiz dafĂŒr ist, dass sich unter den Schriftrollen vom Toten Meer je nach ZĂ€hlung 23 oder 24 Rollen der Genesis fanden. 19 Manuskripte stammen aus den Höhlen bei Qumran, die ĂŒbrigen von anderen FundplĂ€tzen in der JudĂ€ischen WĂŒste. Übertroffen wurde es unter den BĂŒchern des spĂ€teren Tanach an HĂ€ufigkeit nur vom Buch Deuteronomium (je nach ZĂ€hlung 33 bis 36 Rollen) und vom Buch der Psalmen (36 Rollen).cite-ref-qumran-74-1[74]

Eine intensive Auseinandersetzung mit der Genesis zeigt sich darĂŒber hinaus in Manuskripten, die man als Reworked Pentateuch, Überarbeitungen des Pentateuch, bezeichnet. Ein interessantes Beispiel ist 4Q158, eine erweiterte Version von Gen 32,23–32 (Jakobs Kampf am Jabbok). Im Bibeltext steht, dass Jakob seinem unheimlichen nĂ€chtlichen Gegner einen Segen abringt; 4Q158 ergĂ€nzt, wie dieser Segen lautete: „Der Herr segne dich und mehre dich 
 Wissen und Einsicht. Er bewahre dich vor allen Übertretungen 
 von jetzt an auf ewig.“cite-ref-91[91] Es werden also LĂŒcken der biblischen ErzĂ€hlung gefĂŒllt und unklare Stellen prĂ€zisiert.

Philo von Alexandria

Die Kommentierung der Genesis ist ein Schwerpunkt im Werk Philos. Dabei lassen sich drei Kommentarwerke unterscheiden.

‱ Die „Probleme und Lösungen zu Genesis und Exodus“ (Quaestiones et solutiones in Genesim et in Exodum) kommentieren in Frage-Antwort-Form die beiden ersten biblischen BĂŒcher. Anlass zur Frage sind mal schwierige Textstellen, mal philosophische Themen, die nach Philos Meinung im Bibeltext angedeutet wurden. Das griechische Original ist verloren; erhalten ist eine lĂŒckenhafte armenische Übersetzung des 6. Jahrhunderts, die einen Kommentar zu Gen 2,4 bis 28,9 enthĂ€lt.cite-ref-92[92]
‱ Daneben gibt es von der Hand Philos einen „Allegorischen Kommentar“ (den Begriff prĂ€gte Eusebius von Caesarea). Diese Kommentierung, sein Hauptwerk, befasst sich ganz mit der Genesis. Die erhaltenen 19 Traktate (von mindestens 31) decken mit LĂŒcken den Text von Gen 2,1 bis 18,2 ab. Hier bieten einzelne Bibelverse den Ansatzpunkt fĂŒr umfangreiche Exkurse, zum Beispiel Gen 9,20 zum Ackerbau.cite-ref-93[93]
‱ Die dritte Kommentierung behandelt die Genesis im Kontext des ganzen Pentateuch. Zwölf der ursprĂŒnglich 15 Traktate sind erhalten, fĂŒnf widmen sich der Genesis, darunter De opificio mundi (Schöpfung), De Abrahamo (AbrahamerzĂ€hlungen) und De Iosepho (Josefsnovelle). Hier löste Philo sich weitgehend vom Bibeltext, den er etwa in De opificio mundi nur sechsmal wörtlich zitierte. Sein Vorgehen ist mit einer modernen Predigt vergleichbar, bei der der Bibeltext einmal knapp referiert und dann ausgelegt wird.cite-ref-94[94]

Philos Exegese steht in einer antiken Tradition, wie sie in der Homerinterpretation der Stoiker vorlag. Er interessierte sich fĂŒr die Biografien der Genesis. Abrahams Wanderung beispielsweise ist fĂŒr Philo ein Aufstieg der Seele. Jede Hauptperson der Genesis steht fĂŒr eine besondere Tugend; bei Abraham ist es Tugend durch Lernen, da er den Polytheismus seiner Heimat (= Ur in ChaldĂ€a) hinter sich lĂ€sst und zum Monotheismus (= dem Land der Verheißung) durchdringt.cite-ref-95[95]

Josephus

Die NacherzĂ€hlung des Buchs Genesis nimmt in Josephus’ Hauptwerk, den Antiquitates, breiten Raum ein (1,27–2,200). Weil er paraphrasierte, ist oft nicht sicher, auf welchen Bibeltext er zugriff (HebrĂ€isch, Griechisch, vielleicht auch AramĂ€isch), oder ob er aus dem GedĂ€chtnis zitierte. Josephus könnte Ă€ltere NacherzĂ€hlungen der Genesis genutzt haben, beispielsweise Eupolemos, Philo, das Buch der JubilĂ€en oder das Testament Josefs, er könnte aber auch dort, wo er BerĂŒhrungen mit diesen Texten aufweist und sich vom Bibeltext unterscheidet, eine gemeinsame Ă€ltere Tradition zitieren.cite-ref-96[96]

Mose war fĂŒr Josephus der Verfasser der Genesis, daher bezog er sich in seiner Genesis-Paraphrase mehrfach auf ihn als AutoritĂ€t. Auch er selbst meldete sich gelegentlich zu Wort und prĂ€sentierte sich so als Experte, dessen Darstellung der Leser Glauben schenken könne. An drei Stellen, bei denen er EinwĂ€nde seiner römischen Leserschaft vermutete, fĂŒhrte Josephus nichtjĂŒdische Historiker als GewĂ€hrsleute fĂŒr die GlaubwĂŒrdigkeit der Genesis an:

‱ Ant 1,93–94 die Sintflut – bestĂ€tigt durch Manetho, Berossos und Nikolaos von Damaskus;
‱ Ant 1,107–108 das hohe Lebensalter in den Genealogien der Urgeschichte – bestĂ€tigt durch Manetho, Berossos, Mochos, Hestiaeos, den Ägypter Hieronymos, Hesiod, Hekataios von Milet, Hellanikos von Lesbos, Akusilaos von Argos, Ephoros von Kyme und Nikolaos;
‱ Ant 1,118–119 der Turmbau zu Babel – bestĂ€tigt durch „die Sibylle“ und Hestiaeos.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Josephus alle diese Autoren selbst gelesen hĂ€tte. So rĂ€umte er an anderer Stelle (Ant 1,240) ein, dass er ein Zitat des Kleodemos bei Alexander Polyhistor gefunden hatte.cite-ref-97[97] Um die GlaubwĂŒrdigkeit der Genesis weiter zu unterstreichen, wies Josephus darauf hin, dass die Überreste der Arche „an einem Ort, den die Armenier ‚Ausstieg‘ nennen“ noch zu besichtigen seien. Auch die SalzsĂ€ule, in die Lots Frau verwandelt wurde, sei noch vorhanden.cite-ref-98[98]

Mehrfach fĂŒllte Josephus Leerstellen der biblischen ErzĂ€hlung. In der Geschichte von Kain und Abel beispielsweise ergĂ€nzte er, dass es auch noch Schwestern gab. Da Kain ein â€žĂŒbler, gewinnsĂŒchtiger“ Mensch gewesen sei, versteht der Leser, warum Gott sein Opfer nicht annahm. Nach dem Brudermord versteckte Kain den Leichnam, und Gott fragte ihn, was denn mit Abel passiert sei, den er schon tagelang nicht mehr gesehen habe, wĂ€hrend die BrĂŒder doch sonst stets zusammen seien.cite-ref-99[99]

Josephus ließ anthropomorphe oder sonst wie fĂŒr römische Leser irritierende ZĂŒge des Gottesbildes aus; bei den Patriarchen entfernte er alles, was Zweifel an ihrer Moral erregen konnte. Außerdem straffte und kĂŒrzte er, um fĂŒr sein Publikum spannend zu erzĂ€hlen.

Rabbinische Literatur

Die Rabbinen nahmen an, dass Halachot in der Tora erst beginnend mit Ex 12,1 mitgeteilt werden; deshalb gibt es keinen halachischen Midrasch zum Buch Genesis.cite-ref-bregman-100-0[100]

Der haggadische Midrasch Bereschit Rabba (auch Genesis Rabba genannt) wird ins 5. Jahrhundert datiert und ist der Ă€lteste rabbinische Kommentar zur Genesis. Er enthĂ€lt die Interpretation, dass Gott die Welt mit der Tora wie mit einem Instrument erschaffen habe. Auch habe Gott am ersten Schöpfungstag alles erschaffen und an den folgenden Tagen das Geschaffene jeweils an seinen richtigen Ort gesetzt. Das Licht, das den ersten Schöpfungstag erhellt, sei jenes Licht, in das Gott sich wie in einen Mantel hĂŒllt (vgl. Ps 104,2 ). Der Urmensch sei androgyn mit zwei Gesichtern geschaffen und spĂ€ter von Gott geteilt worden.cite-ref-101[101] Der Midrasch Bereschit Rabba enthĂ€lt auch eine Ă€ltere ErzĂ€hlung, die Abraham als Monotheisten zeichnet: Er zerschlĂ€gt die Götzen seines Vaters und wird von dem erzĂŒrnten Terach an König Nimrod ausgeliefert, der ihn in einen feurigen Ofen werfen lĂ€sst. Aber Gott rettet Abraham.cite-ref-102[102] Die Verfasser des Midrasch Bereschit Rabba waren sich des großen christlichen Interesses an der Genesis bewusst und betrieben, so Michael Morgenstern, eine „PrĂ€ventionsexegese“, welche die im Christentum beliebte typologische Deutung der Genesis-ErzĂ€hlungen erschweren sollte. Eine andere Strategie sieht er darin, christliche Behauptungen zu ĂŒberbieten; beispielsweise werde Gottes wunderbares Handeln an den ErzmĂŒttern Sara und Rebekka in einer Weise ausgemalt, welche die jungfrĂ€uliche Geburt Mariens in den Schatten stelle. Die Rabbinen waren bereit, Schwierigkeiten der eigenen Position zuzugeben (beispielsweise dass der Gottesname Elohim grammatikalisch eine Pluralform ist) und machten die Diskussion solcher Stellen insofern spannend – aber nur, um am Ende zugunsten der eigenen Tradition zu entscheiden. Immer wieder wird der Bruderkonflikt zwischen Esau und Jakob in der Genesis genutzt, um die Distanz zum nachkonstantinischen, christlich gewordenen Rom zu thematisieren.cite-ref-103[103]

JĂŒngeres Material zur Genesis enthalten die Tanchuma-Jelammedenu-Midraschim. Aggadat Bereschit (11. Jahrhundert) stellt zu 28 Kapiteln der Genesis jeweils eine Homilie zum Text mit einer Homilie zu passenden Propheten- und Psalmlesungen zusammen. Bereschit Rabbati gilt als Exzerpt eines Midrasch zur Genesis, der im 11. Jahrhundert verfasst wurde, aber sehr alte Traditionen aufgreift.cite-ref-bregman-100-1[100]

Eine NacherzÀhlung der Bibel auf Grundlage der rabbinischen Literatur bot Louis Ginzberg mit den Legenden der Juden (Band 1: Schöpfung bis Jakob, Band 2: Josef bis Exodus).cite-ref-104[104]

Mittelalterliche Kommentare

Rabbaniten (Geonim)

Saadia Gaon (882–942) ĂŒbersetzte den Pentateuch ins Arabische (TafsÄ«r) und verfasste dazu einen Kommentar, der zunĂ€chst die arabische Übersetzung bringt, dann einzelne Übersetzungsentscheidungen begrĂŒndet und schließlich den Text teils versweise, teils in Sinnabschnitten kommentiert. In hellenistischer Tradition schickte Saadia seinem Genesis-Kommentar eine Einleitung voraus. Darin bestimmte er das VerhĂ€ltnis zwischen Tora und rationaler Erkenntnis. Im Zentrum der Tora stehen die Ge- und Verbote, hinzu kommen Verheißungen von Segen und Fluch bei ErfĂŒllung bzw. Nichtbeachtung dieser Mitzwot und ErzĂ€hlungen von gerechten und bösen Menschen, die zum Befolgen der Mitzwot anregen sollen. So ordnete er auch die ErzelternerzĂ€hlungen in den gesamten Pentateuch ein. In Abwehr der karĂ€ischen Bibelauslegung formulierte Saadia exegetische Regeln. Diese dienen dazu, den Bibeltext mit anderen Wissensquellen in Übereinstimmung zu bringen.cite-ref-105[105] Saadias Exegese erhĂ€lt damit einen rationalistischen Zug. Andere rabbanitische Kommentare zur Genesis verfassten Saadias SchĂŒler Samuel ben Chofni und Tanchum ben Josef der Jerusalemit (13. Jahrhundert).

KarÀer

Als Gegenentwurf zur rabbanitischen Exegese entwickelte sich die karĂ€ische Bibelauslegung, welche sich seit dem 10. Jahrhundert der arabischen Sprache bediente. Jaqub al-Qirqisani, der in Bagdad lehrte, verfasste das „Buch der Parks und GĂ€rten“ (Kitāb al-Riyāឍ wa-ÊŸl-áž„adāʟiq), eine Auslegung der ErzĂ€hlungen des Pentateuch. Seine Genesis-Auslegung ist stark philosophisch geprĂ€gt. Jefet ben Eli wirkte in Jerusalem und war in seinen Kommentaren besonders an der linguistischen und literarisch-strukturellen Analyse des Textes interessiert.cite-ref-polliack-106-0[106] Er behandelte die Protagonisten der Genesis als komplexe literarische Figuren (round characters), wĂ€hrend sie in der Ă€lteren rabbinischen Auslegung eher zur Veranschaulichung moralischer Lehren dienten (flat characters).cite-ref-107[107] Jefet ben Elis Genesis-Kommentar nutzt das Konzept des „ErzĂ€hlers“ (arabisch: mudawwin), der zum Beispiel mit Auslassungen und RĂŒckblicken arbeitet, aber auch ZĂŒge eines Editors hat, indem er unterschiedliche HandlungsstrĂ€nge verbindet.cite-ref-108[108]

Nordfranzösische Schule

Die nordfranzösische jĂŒdische Exegese des 11./12. Jahrhunderts kennzeichnet eine am Literalsinn (Peschat) orientierte Kommentierung. Raschi (1040–1105), ihr bekanntester Vertreter, war mit seinem Genesis-Kommentar sehr erfolgreich, weil er den traditionellen Midrasch und neue Formen der Textanalyse zu verbinden wusste. Bei Raschi ist auch ein apologetisches Interesse erkennbar. Beispielsweise sei der Zweck der Schöpfungsgeschichte, den Nichtjuden Gottes Herrschaft ĂŒber den Kosmos bekanntzumachen und seine Entscheidung, dem jĂŒdischen Volk Israel Eretz Israel zu geben. Damit reagierte er auf die Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer. Seine Kommentierung der Urgeschichte distanziert sich von zeitgenössischen christlichen Auslegungen, etwa der Ruach in Gen 1,2 (nicht der Heilige Geist), der Engel (strikt von Gott abhĂ€ngig, können nichts von sich aus tun), der ParadieserzĂ€hlung (keine BegrĂŒndung der ErbsĂŒnde, keine christologischen Anspielungen). Raschi vermied es auch, das Handeln der Erzeltern zu kritisieren. Jakobs ungesegneter Zwillingsbruder Esau dagegen steht in Raschis Auslegung fĂŒr das Christentum. Mit RĂŒckgriff auf den Midrasch hob Raschi Esaus mehrmaliges Fehlverhalten hervor.cite-ref-polliack-106-1[106]cite-ref-109[109]

Samuel ben Meir (1080–1160), Raschis Enkel, stellte die Genesis in den Kontext der ganzen Tora. Ihre ErzĂ€hlungen dienen dazu, die Mitzwot der Tora zu illustrieren; der Zweck der Schöpfungsgeschichte beispielsweise sei es, die Heiligung des Schabbat zu begrĂŒnden. Mehrfach wiederholte er in seinem Kommentar, dass das Buch Genesis nicht auf Gottes Diktat von Mose niedergeschrieben, sondern von Mose selbst formuliert worden sei.cite-ref-polliack-106-2[106]

Josef Bechor-Schor (1130–1200) war ein SchĂŒler Samuel ben Meirs und in seinem Genesiskommentar besonders an der psychologischen Zeichnung der Hauptpersonen, dem kulturellen Hintergrund der Handlung und dem Stil der ErzĂ€hlung interessiert. Zweimal erwĂ€hnte er, dass ein Editor mit dem Text der Genesis befasst gewesen sei.cite-ref-polliack-106-3[106]cite-ref-110[110]

Spanische Schule

Abraham ibn Esras Torakommentar ist philologisch interessiert. Zu Gen 12,5 bemerkte er, diese anachronistische Notiz sei von einem Editor hinzugefĂŒgt worden. Von seiner Hand ist ein (unvollstĂ€ndiger) langer und ein kurzer Genesis-Kommentar erhalten. Der lange Kommentar behandelt Textanalyse und inhaltliche Kommentierung getrennt, letztere umfasst auch philosophische und naturwissenschaftliche Exkurse.cite-ref-polliack-106-4[106]

Nachmanides kombinierte in seinem sehr umfangreichen Torakommentar die ErtrĂ€ge der nordfranzösischen und der spanischen Exegese. Bei der Kommentierung der Genesis-ErzĂ€hlungen folgte er der exegetischen Regel „Die Taten der VĂ€ter sind ein Zeichen fĂŒr die Kinder“ und interpretierte sie typologisch.cite-ref-polliack-106-5[106] Isaaks unfreiwilliger Aufenthalt in Gerar (Gen 26,1 ) weist zum Beispiel auf das Babylonische Exil hin, und die drei Brunnen, die er dort grub (Gen 26,19–22 ), stehen fĂŒr den Salomonischen Tempel, den Zweiten Tempel und den fĂŒr die Zukunft erhofften unzerstörbaren Dritten Tempel in Jerusalem. Esau steht durchgĂ€ngig fĂŒr das Römische Reich. Dass Jakob Esau Boten entgegenschickt (Gen 32,4 ), entspricht der BĂŒndnispolitik der MakkabĂ€er mit Rom. Wenn Jakob aus Furcht vor Esaus Gewalt seine Familie in drei Gruppen teilt, so verweist das fĂŒr Nachmanides auf die verschiedenen jĂŒdischen Gemeinschaften in der zeitgenössischen Diaspora: wenn eine einem Pogrom zum Opfer fĂ€llt, wird vielleicht die andere ĂŒberleben.cite-ref-111[111]

Provençalische Schule

Die Kimchi-Familie wanderte im 12. Jahrhundert aus Spanien in die Provençe aus und brachte die ErtrĂ€ge der im muslimisch-arabischen Kulturraum entwickelten jĂŒdischen Exegese mit. In den jĂŒdischen Gemeinden der christlich geprĂ€gten Provençe stand der traditionelle rabbinische Midrasch in hohem Ansehen; die Kimchis widmeten sich der Aufgabe, neuere Formen der Textanalyse bekannt zu machen. Rabbi David Kimchi (1160–1235), bekannt unter dem Akronym Radak, verfasste einen am Literalsinn orientierten, philologischen Torakommentar, der (im Unterschied zu Raschi) den Midrasch nicht nacherzĂ€hlt, sondern jeweils aus den Quellen zitiert. Sein Genesis-Kommentar zeichnet sich dadurch aus, dass er den Motiven der Protagonisten und den Problemen, denen sie sich stellen mĂŒssen, detailliert nachgeht.cite-ref-polliack-106-6[106] „Er weicht von den Rabbinen ab, die dazu tendieren, solche Figuren in mythischer Sprache zu beschreiben und ihr Handeln – oft anachronistisch – entsprechend der eigenen ReligiositĂ€t motivieren. Radaks PortrĂ€t dagegen ist lebendig und menschlich, psychologisch tiefgrĂŒndig und historisch stimmig.“cite-ref-112[112]

Mittelalterliche Mystik

→

Hauptartikel

:

Sefer Jetzira

,

Sefer ha-Bahir

und

Zohar

Das Buch Genesis war eine Matrix, auf der die kabbalistische Literatur ihre Themen entwickeln konnte. Die mystische Kommentierung des Genesis-Textes nimmt daher in ihren Hauptwerken breiten Raum ein.

Die Schöpfung wird als Emanation der transzendenten Gottheit (En Sof) verstanden; die zehn Sefirot als Gottes Attribute gehören der oberen Welt an, haben aber in der SchöpfungserzÀhlung ihre irdischen Entsprechungen. Beispielsweise entsprechen die Schöpfungstage den Sefirot von Chesed bis Malchut.cite-ref-wechsler-113-0[113]

Der Paradiesgarten der Genesis symbolisiert im Zohar den himmlischen Garten Eden, zu dem die Seele durch sieben Hallen (Hechalot) aufsteigt. Dabei wird die Thronwagenvision im Buch Ezechiel (Ez 1,4–28 ) mit dem Text der Genesis zusammengesehen. So entsprechen die vier Wesen der Vision Ezechiels den vier Engeln Michael, Gabriel, Uriel und Rafael und diese wiederum den vier Paradiesströmen, welche nach Gen 2,10 dem Garten Eden entspringen.cite-ref-wechsler-113-1[113]

Die Patriarchen werden in der kabbalistischen Literatur vielfÀltig gedeutet. Weit verbreitet ist jedoch, sie aufgrund ihrer Biografie und Charaktereigenschaften folgenden Sefirot zuzuordnen:cite-ref-wechsler-113-2[113]

‱ Abraham: Chesed (Liebe),
‱ Isaak: Gevura (StĂ€rke),
‱ Jakob: Tiferet (Schönheit).

Mitzwot in Bereschit

Folgende Mitzwot (Ge- und Verbote) sind in Bereschit enthalten:

‱ Gen 1,28 : Peru u-revu, das Gebot, sich zu vermehren;cite-ref-114[114]
‱ Gen 2,2–3 : Schabbat und Beginn des Schabbat am Abend;cite-ref-115[115]
‱ Gen 17,10–11 : Brit Mila (Beschneidung);cite-ref-116[116]
‱ Gen 32,33 : Verbot, Muskelfleisch der HĂŒfte zu essen (nach sefardischer Auslegung bedeutet dies nur die Entfernung des HĂŒftnervs, nach aschkenasischer Auslegung Verzicht auf Fleisch vom hinteren Teil eines Tieres).cite-ref-117[117]

JĂŒdische Liturgie

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Hauptartikel

:

Parascha

Das Buch Genesis wird im einjĂ€hrigen synagogalen Lesezyklus verteilt auf zwölf Wochenabschnitte (Paraschijot) ganz vorgelesen, beginnend mit Simchat Tora,cite-ref-118[118] d. h. im Herbst und Winter. DarĂŒber hinaus ist die Toralesung am Neujahrsfest (Rosch ha-Schana) der Genesis entnommen, und zwar Gen 21,1–34 (Geburt Isaaks) am ersten Tag und Gen 22,1–24 (Bindung Isaaks) am zweiten Tag.cite-ref-119[119] „Die rabbinische Exegese fĂŒhrte die Vergebung der Kinder Jisraels an Rosch ha-Schana und Jom Kippur auf die Verdienste von Avraham und Jizchaq zurĂŒck. Durch die mittelalterliche MĂ€rtyrerideologie wird Jizchaq zum Symbol des Überlebens von Katastrophen und damit zum Symbol von Gottes Vergebung.“cite-ref-liss47-120-0[120]

Gen 2,1–3 wird, einschließlich des Kiddusch, in der Liturgie des Schabbat insgesamt siebenmal rezitiert.cite-ref-walfish-121-0[121]

Die in der Genesis enthaltenen SegenssprĂŒche (Gen 27,28–29 ; Gen 28,3–4 ; Gen 49,25–26 ) wurden ebenso wie andere biblische Segen in der Liturgie fĂŒr den Sabbatausgang aufgenommen. Jakobs Segen fĂŒr seine Enkel Efraim und Manasse (Gen 48,16 ) ist Teil des Abendgebets fĂŒr Kinder; der Segen Gen 48,20 wird von Eltern bei der Sabbatmahlzeit und bei anderen Gelegenheiten rezitiert.cite-ref-walfish-121-1[121]

Auf Kabbalisten geht der Brauch zurĂŒck, Gen 22,1–24 (Bindung Isaaks) im tĂ€glichen Morgengebet vor den Psuke desimra zu lesen.cite-ref-liss47-120-1[120]

Christliche Leser

Neues Testament

Im Neuen Testament gibt es rund 30 Zitate aus der Genesis und etwa doppelt so viele deutliche Bezugnahmen auf dieses Buch.cite-ref-moyise-122-0[122] Dabei werden zentrale Themen der Jesusbewegung angesprochen.

Dem Markusevangelium (Mk 10,1–12 ) zufolge begrĂŒndete Jesus von Nazareth mit der Schöpfungsgeschichte (Gen 1,27 und Gen 2,24 ) ein Verbot der Ehescheidung. Der Text wird nach der Genesis-Septuaginta zitiert. Damit liegt das VerstĂ€ndnis nahe, mit der Menschenschöpfung werde die monogame Ehe begrĂŒndet, die in der Welt der Genesis allerdings nicht ĂŒblich war (vgl. die ErzelternerzĂ€hlungen).cite-ref-123[123]

Die Einleitung zum Evangelium nach Johannes knĂŒpft an Gen 1,1 an, indem sie mit den Worten beginnt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott“ (Joh 1,1–2 ). Auch hier wird betont, dass das Wort Gottes am Anfang der Welt stand. Dieses Wort ist, so Johannes, in Jesus von Nazareth Fleisch geworden und hat Kunde gebracht (Joh 1,14–18 ).

FĂŒr Paulus von Tarsus war Abraham, der auf Gottes Verheißung vertraut, ein Vorbild des Glaubens, der sich nicht auf Werke verlĂ€sst. Aufgrund von Gen 15,6 entwickelte er sein VerstĂ€ndnis von Glauben und Rechtfertigung.cite-ref-124[124] Anhand der BrĂŒderpaare Isaak und Ismael (Gal 4,21–30 ) sowie Jakob und Esau (Röm 9,6–13 ) veranschaulichte Paulus Gottes freie Gnadenwahl.cite-ref-moyise-122-1[122] Die Erschaffung Adams aus Erde, die durch den Geist Gottes belebt wird (Gen 1,27 ), war fĂŒr Paulus einen Hinweis auf den neuen Körper bei der Auferstehung (1 Kor 15,45 ).cite-ref-moyise-122-2[122]

Jesus ist fĂŒr den Verfasser des HebrĂ€erbriefs der in Psalm 110 erwĂ€hnte Hohepriester „nach der Ordnung Melchisedeks“ (Hebr 7,1–22 ); er begrĂŒndete dies mit einer Auslegung von Gen 14,18–22 , der Begegnung Abrahams mit Melchisedek.cite-ref-moyise-122-3[122] Im 11. Kapitel wird der vorbildliche Glaube von Adam, Henoch, Noach, Abraham, Sara, Isaak, Jakob und Josef beschrieben.

Die Johannesoffenbarung greift mehrfach Motive der Genesis auf. So gibt es im Neuen Jerusalem BĂ€ume des Lebens (Offb 22,2 ), die an den Paradiesgarten erinnern, und wenn Jesus als „Löwe aus dem Stamm Juda“ bezeichnet wird (Offb 5,5 ), so klingt der Stammesspruch fĂŒr Juda aus dem Jakobssegen am Ende der Genesis an (Gen 49,9 ).cite-ref-moyise-122-4[122]

Alte Kirche

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Hauptartikel

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Hexaemeron (Basilius von Caesarea)

Die KirchenvĂ€ter befassten sich intensiv mit der Kommentierung der Genesis. Was sie faszinierte, war vor allem das Sechstagewerk der Weltschöpfung (Hexaemeron). Dabei wurden Anregungen aus Philos Traktat De opificio mundi aufgenommen. Origenes’ Genesiskommentar blieb nur fragmentarisch erhalten. Von seiner Hand gibt es auch eine Reihe von Homilien zur Genesis. Unter den griechisch schreibenden KirchenvĂ€tern nehmen die Homilien Basilius’ des Großen ĂŒber das Sechstagewerk eine beherrschende Stellung ein. Sein jĂŒngerer Bruder Gregor von Nyssa verfasste ein Werk ĂŒber die Erschaffung des Menschen (De hominis opificio), das als ErgĂ€nzung hierzu gedacht war. Ausgehend von Gen 2,4 , referierte Gregor zu Beginn das geozentrische Weltbild der zeitgenössischen Wissenschaft, anscheinend ohne eine Spannung zwischen dem biblischen Bericht und den Theorien des Claudius PtolemĂ€us wahrzunehmen. Die KirchenvĂ€ter ĂŒbernahmen mehrheitlich die von PtolemĂ€us vorausgesetzte Erdkugel; eine Minderheit, darunter Kosmas Indikopleustes, nahm eine Erdscheibe (Flache Erde) an.cite-ref-125[125]

EphrĂ€m der Syrer verfasste einen umfangreichen Kommentar zur Genesis in syrischer Sprache. Anders als in seiner Hymnendichtung, verzichtete er in diesem Prosawerk auf die typologische Deutung und beschrĂ€nkte sich meist auf den Literalsinn des Textes. Die erste HĂ€lfte des Kommentars befasst sich nur mit Schöpfung und Fall sowie Sintflut. Teilweise paraphrasierte er nur den Bibeltext, teilweise bot er Interpretationen, die in der jĂŒdischen Exegese ihre Parallelen haben. Ephraem hatte besonders in Nisibis intensiv mit jĂŒdischen GesprĂ€chspartnern diskutiert. Er war wahrscheinlich mit der jĂŒdischen Bibelauslegung vertraut, auch wenn seine genauen Quellen nicht bekannt sind.cite-ref-126[126]

WĂ€hrend Basilius die Kommentierung der Schöpfungsgeschichte im griechischen Raum prĂ€gte, sind von den Lateinern zahlreiche Kommentare zur Genesis ĂŒberliefert – allein Augustinus von Hippo setzte fĂŒnfmal dazu an. Sein erster Traktat ĂŒber das Sechstagewerk (De Genesi adversus Manichaeos) sollte die Kritik der ManichĂ€er an der Genesis widerlegen. Mit seiner Allegorese selbst unzufrieden, versuchte er sich an einer wörtlichen Auslegung der Genesis, die er aber im ersten Kapitel abbrach (De Genesi ad litteram liber inperfectus). Dann widmete er dem Lobpreis der Weltschöpfung die beiden letzten BĂŒcher der Confessiones, arbeitete von 401 bis 415 noch einmal an einer wörtlichen Auslegung der Genesis (De Genesi ad litteram), und schließlich bot ihm die Genesis in De civitate Dei einen ErzĂ€hlfaden fĂŒr die Geschichte der civitas Dei und der civitas terrena, an dem er sich orientieren konnte. Bei den Kommentaren im engeren Sinne kam er nie ĂŒber Kapitel 3 hinaus.cite-ref-127[127] Mit De Genesi ad litteram schuf Augustinus „die umfangreichste, eingehendste und wirkmĂ€chtigste Darstellung der christlichen Kosmologie der Antike“, welche ĂŒber das Sechstagewerk hinaus auch den Paradiesgarten und den SĂŒndenfall einbezieht.cite-ref-128[128] Augustinus sah eine große NĂ€he zwischen der biblischen Schöpfungsgeschichte und Platons Timaios. Das Buch Genesis platonisch zu lesen, war im lateinischen Westen noch recht neu; Augustinus kam damit in dem intellektuellen Kreis um Ambrosius von Mailand in BerĂŒhrung.cite-ref-129[129] Die Schöpfungsgeschichte wörtlich zu verstehen, heißt bei Augustinus, sie „auf das Ewige hin“ auszulegen; beispielsweise seien Licht, Tag, Abend und Morgen in Gen 1,3–5 Bezeichnungen fĂŒr die Engel, die Gott betrachten und lobpreisen. Die Vertreibung des Menschenpaars aus dem Paradies war fĂŒr Augustinus dagegen ein historisches Faktum, was zusĂ€tzliche tiefere Bedeutungen nicht ausschloss.cite-ref-130[130]

Die ErzelternerzĂ€hlungen dienten den KirchenvĂ€tern vor allem zur Veranschaulichung ethischer GrundsĂ€tze. Besonders Ambrosius kommentierte sie in diesem Sinn und ĂŒbernahm dabei Auslegungen Philos, konnte aber auch an den Gebrauch der Genesis bei Autoren des Neuen Testaments anknĂŒpfen. Eine Besonderheit ist die Josefsgeschichte; Josef war ein Muster an Tugend, aber zusĂ€tzlich ließen sich bei ihm Parallelen zur Passionsgeschichte Christi entdecken, wie insbesondere Caesarius von Arles herausarbeitete.cite-ref-131[131]

Die drei GĂ€ste, die Abraham im Hain Mamre bewirtete (Gen 18,16–33 ), wurden in der altkirchlichen Exegese auf die TrinitĂ€t gedeutet, so bei Hilarius von Poitiers, Ambrosius von Mailand und Caesarius von Arles.cite-ref-k-ckert-132-0[132]

Eine Sonderstellung unter den altkirchlichen Kommentaren zur Genesis hat der philologische Kommentar des Hieronymus (Hebraicae quaestiones in libro Geneseos). Hieronymus, der in Bethlehem lebte und bei rabbinischen Gelehrten HebrĂ€ischunterricht nahm, befragte diese GewĂ€hrsleute auch ĂŒber schwierige Bibelstellen. So findet sich in Hieronymus’ philologischem Kommentar Material, das Parallelen in Talmud und Midrasch hat. Eigentlich wollte Hieronymus alle alttestamentlichen BĂŒcher auf diese Weise kommentieren; es blieb aber bei der Genesis.cite-ref-133[133]

Die Genesis-Auslegung in der lateinischen Westkirche wurde durch Hieronymus’ Hebraicae quaestiones zusammen mit den Kommentaren von Augustinus und Ambrosius geprĂ€gt, wie sich bei Beda Venerabilis und Cassiodor zeigt. Isidor von Sevilla kompilierte Ă€ltere Auslegungen in seinem allegorischen Kommentar (Quaest. de veteri et novo Testamento; De ortu et obitu patriarcharum).cite-ref-k-ckert-132-1[132]

Mittelalter

Kennzeichnend fĂŒr die mittelalterliche Rezeption des Buchs Genesis ist die Anreicherung der biblischen ErzĂ€hlungen mit weiterem Material, teils aus Josephus’ Antiquitates, Pseudo-Philos Liber Antiquitatum Biblicarum, dem Buch der JubilĂ€en und dem Leben Adams und Evas. Beispielsweise ergĂ€nzte der Höllensturz Luzifers und der rebellierenden Engel die Schöpfungsgeschichte. Der Urmensch Adam wurde aus achterlei Stoffen erschaffen, mit einem Apfel versucht, und auf seinem Grab entspross der Baum des Kreuzes. Auf dem Weg ĂŒber gelehrte Werke wie Petrus Comestors Historia scholastica fanden diese Genesis-Paraphrasen weite Verbreitung in den Volkssprachen. Dass nicht alles auch so in der Bibel stand, war wenig bekannt.cite-ref-murdoch-134-0[134]

Chronistische Werke in den Volkssprachen, zum Beispiel die mittelhochdeutsche gereimte Weltchronik des Wiener Patriziers Jans der Enikel begannen mit der Schöpfungsgeschichte und einer NacherzĂ€hlung der Genesis bis zum Turmbau von Babel, meist fortgefĂŒhrt bis zu Abraham. FĂŒr mittelalterliche Gelehrte warf die Genesis eine Reihe viel diskutierter Probleme auf: die Abmessungen der Arche, die Zahl der darin beförderten Tiere, der Stammbaum der Kainiten und Sethiten mit dem in beiden Genealogien genannten Lamech. Immer wieder ließ sich in der Genesis typologisch ein Bezug zu Jesus Christus entdecken: beispielsweise galt die Arche als Typus Christi, da die Öffnung der TĂŒr am Ende der Sintflut in Bezug zur Öffnung der Seitenwunde des gekreuzigten Christus gesetzt wurde.cite-ref-murdoch-134-1[134]

FrĂŒhe Neuzeit

Die große Genesisvorlesung (1535–1545, nach Mitschriften 1544–1554 in vier BĂ€nden gedruckt) ist ein SpĂ€twerk Martin Luthers. Er nutzte den Vers Gen 3,15 , das sogenannte Protevangelium, als hermeneutischen SchlĂŒssel zur Genesis. Mit der kirchlichen Tradition verstand er ihn als Verheißung des Sieges Jesu Christi ĂŒber die MĂ€chte des Verderbens. Im Kontext von Gen 3 tröste diese Weissagung Adam und Eva nach dem SĂŒndenfall. Abraham, Isaak und Jakob sind fĂŒr Luther Beispiele des Glaubens, der sich ganz auf Gottes Verheißungswort verlĂ€sst. Seien sie doch „wie Landstreicher“ ohne feste Wohnung umhergezogen und hĂ€tten Anfechtung und Tröstung erlebt. Tröster der angefochtenen Heiligen seien insbesondere die Engel, wofĂŒr Luther in den ErzelternerzĂ€hlungen mehrere Beispiele fand. Am Ende des Buchs Genesis beziehe sich die messianische Weissagung im Jakobssegen (Gen 49,8–12 ) auf das Protevangelium zurĂŒck.cite-ref-135[135]

Johannes Calvins Genesiskommentar erschien 1554. Im Hintergrund steht der nach dem Consensus Tigurinus neu entflammte Streit mit den deutschen Lutheranern um das richtige AbendmahlsverstĂ€ndnis, der dann auch Calvins Haltung zu Luther und dessen Bibelexegese tangierte. Luthers gedruckte Genesisvorlesung nutzte er bis Gen 25,11, in den großen Linien zustimmend, in Einzelfragen aber mit scharfer Distanzierung. Calvin problematisierte, wie Mose das Buch Genesis habe schreiben können, wo er doch zur Zeit des Exodus lebte. Er habe eine mĂŒndliche Überlieferung ĂŒber die Urgeschichte und die Erzeltern mit dem Beistand des Heiligen Geistes in eine gĂŒltige schriftliche Form gebracht. Dabei habe er fĂŒr die Israeliten seiner Zeit in einer leicht verstĂ€ndlichen Weise geschrieben, obwohl er selbst ein hochgelehrter Ägypter gewesen sei. Die zentrale Aussage (argumentum) des Buchs Genesis sei: Nach Schöpfung und SĂŒndenfall verheißt Gott der Menschheit ihre Wiederherstellung durch Christus als dem Mittler; dank Gottes Vorsehung besteht auf Erden immer eine Gemeinschaft, die ihn anbetet, wenn auch oft unter Verfolgung. Die Erzeltern gehören demnach zur gleichen Kirche wie Calvin und seine Leser. Aufgrund des großen zeitlichen Abstands gebe es aber kulturelle Unterschiede, und nicht alle Details der Genesis seien fĂŒr den heutigen Leser relevant.cite-ref-136[136]

Als christlicher Basistext wurde die Genesis seit Mitte des 17. Jahrhunderts vor allem unter zwei Fragestellungen untersucht: Bot ihre Chronologie ein zuverlĂ€ssiges GerĂŒst fĂŒr die FrĂŒhgeschichte der Menschheit? Und war Mose ihr Verfasser? Der anglikanische Erzbischof James Ussher veröffentlichte 1650 das Werk Annales veteris testamenti, a prima mundi origine deducti, in dem er aufgrund des chronologischen Materials der HebrĂ€ischen Bibel die These aufstellte, dass die Welt in der Nacht auf Sonntag, den 23. Oktober 4004 v. Chr. erschaffen worden sei.cite-ref-137[137] Ethnographische Studien und Reiseberichte aus der Neuen Welt veranlassten Isaac de La PeyrĂšre zu der These, Adam sei nicht der erste Mensch ĂŒberhaupt gewesen, sondern der erste Jude. Seine PrĂ€adamiten-These regte an, die Urgeschichte der Genesis nicht lĂ€nger mit der FrĂŒhgeschichte der ganzen Menschheit gleichzusetzen. La PeyrĂšre bezweifelte, dass Mose die Genesis verfasst hĂ€tte. Ähnlich sah es Thomas Hobbes: In seinem Hauptwerk Leviathan urteilte er, Mose sei ein Gesetzgeber gewesen und habe nicht die erzĂ€hlerischen Teile des Pentateuch, darunter die Genesis, niedergeschrieben.cite-ref-138[138]

Genesis in Kunst, Literatur, Musik und Film

Der Bezug auf einzelne ErzÀhlungen und Motive der Genesis in Kunst, Literatur, Musik und Film ist so vielfÀltig, dass hier nur Beispiele genannt werden können. Relativ selten wird das Buch Genesis als Ganzes thematisiert.

Bildende Kunst

Mehrere spĂ€tantike christliche Genesis-Codices (Cotton-Genesis, Wiener Genesis, Ashburnham-Pentateuch) sind durchgĂ€ngig illustriert. JĂŒdische Genesis-Manuskripte, welche nicht erhalten sind, dienten hierfĂŒr wahrscheinlich als Vorlagen. Denn Details dieser Illustrationen werden durch die rabbinische Literatur verstĂ€ndlich.cite-ref-milanovi-139-0[139]cite-ref-140[140] Die frĂŒhesten erhaltenen jĂŒdischen Bilderzyklen zur Genesis finden sich am Anfang einiger mittelalterlicher Haggadot: beispielsweise in der Goldenen Haggada, der Sister Haggada und – am vollstĂ€ndigsten – in der Sarajevo-Haggada.cite-ref-milanovi-139-1[139]

In der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom blieb der frĂŒhchristliche Mosaikzyklus des Kirchenschiffs erhalten, welcher alttestamentliche Szenen zeigt: an der linken Seite die ErzelternerzĂ€hlungen, an der rechten Seite Szenen des Auszugs aus Ägypten und der Landnahme. Die Mosaiken von Triumphbogen und Apsis stellen neutestamentliche Motive dar. Damit veranschaulicht der Mosaikenschmuck in Santa Maria Maggiore, wie die ErzĂ€hlungen der Genesis bzw. des Alten Testaments ĂŒberhaupt in einen grĂ¶ĂŸeren, neutestamentlichen Deutungsrahmen gestellt wurden. Die Begegnung von Abraham und Melchisedek und die Bewirtung der drei GĂ€ste durch Abraham im Hain Mamre wurden, entgegen der biblischen Reihenfolge, nĂ€her zum Altar gerĂŒckt, weil die christliche Auslegungstradition hier einen Bezug zur Eucharistie sah.cite-ref-milanovi-139-2[139]

Die BernwardstĂŒr (St. Michael, Hildesheim) stellt Szenen aus der Urgeschichte, von der Erschaffung Adams bis zu Kains Brudermord, typologisch Szenen aus dem Leben Jesu gegenĂŒber und steht damit fĂŒr eine weitere hĂ€ufige Rezeption der Genesis in der christlichen Kunst: Der Beginn der Genesis (Schöpfung und Fall, Brudermord) schildert demnach die zunehmende Entfernung des Menschen von Gott, dem im Neuen Testament mit Geburt, Tod und Auferstehung Christi die RĂŒckkehr des Menschen in die GottesnĂ€he entspricht. Portale und KirchentĂŒren boten sich fĂŒr solche Bilderzyklen an, weil sie auf dem Weg von der profanen Welt in den geweihten Kirchenraum durchschritten werden.cite-ref-milanovi-139-3[139]

Die Decke der Sixtinischen Kapelle malte Michelangelo 1508/12 mit Szenen aus der Urgeschichte aus, wĂ€hrend die Stirnwand spĂ€ter ein Fresko des JĂŒngsten Gerichts erhielt. Diese LektĂŒre der Genesis in einem endzeitlichen Deutungsrahmen ist ebenfalls hĂ€ufig in der bildenden Kunst umgesetzt worden.cite-ref-milanovi-139-4[139]

Literatur

→

Hauptartikel

:

AltsÀchsische Genesis

und

Altdeutsche Genesis

John Milton nahm in dem epischen Gedicht Paradise Lost (1667) die Ă€ltere christliche Rezeption der ParadieserzĂ€hlung auf „und schuf zugleich ein Werk von intensiver literarischer OriginalitĂ€t“, das vielfĂ€ltig rezipiert wurde.cite-ref-141[141]

Die ErzĂ€hlung von Kain und Abel gilt ebenfalls als „SchlĂŒsselmythos der westlichen Literatur“ und fand seit der Romantik erneutes Interesse, wobei Salomon Gessner mit Der Tod Abels (1760) eine sympathische Neubewertung Kains anregte.cite-ref-142[142] JosĂ© Saramagos Roman Kain (2009) lĂ€sst den Protagonisten durch die biblische Geschichte reisen. Überall stĂ¶ĂŸt er auf Tote, die der strafende Schöpfergott zu verantworten hat. Kain gelingt es schließlich, sich auf die Arche Noah zu schmuggeln, dort alle Frauen zu töten und damit Gottes weitere PlĂ€ne mit der Menschheit zu durchkreuzen.cite-ref-143[143]

In seiner Roman-Tetralogie Joseph und seine BrĂŒder bezog sich Thomas Mann nicht nur auf die namengebende Josefsgeschichte (Gen 37–50). Nach dem Eingangssatz „Tief ist der Brunnen der Vergangenheit“ werden in Teil I die Geschichten Jaakobs erinnert. In Teil II ist ein Kapitel Abraham gewidmet, der den Monotheismus „entdeckt“ und „hervorgedacht“ habe. Mann Ă€ußerte mehrfach, dass er mit dem Josephsroman den Faschisten (Alfred Rosenberg) den Mythos entwinden und ihn mittels der Psychologie „ins Humane umfunktionieren“ wollte.cite-ref-144[144]

Mit seiner Graphic Novel The Book of Genesis (2009) beansprucht Robert Crumb, den gesamten Text der Genesis in einer objektiven Weise zu prĂ€sentieren. Damit rĂŒcken gerne weggeblendete Darstellungen von SexualitĂ€t und Gewalt, die dieses biblische Buch enthĂ€lt, in den Blick. Die Textgrundlage ist teils die King-James-Bibel, teils die moderne englische Übersetzung des Literaturwissenschaftlers Robert Alter. Christina Roetz (Die Zeit) charakterisiert die Gottesdarstellung als „eine Mischung aus Charlton Heston und Gandalf“ mit einem stets gleichen konzentriert-zornigen Gesichtsausdruck. „Geschichten, die der Bibelleser bildlich, das heißt indirekt, metaphorisch, verstehen soll, werden von Crumb zu wirklichen, sinnlich wahrnehmbaren Bildern gegossen.“cite-ref-145[145]

Musik und Film

Unter den Kompositionen, die einzelne Teile der Genesis zum Thema haben, wÀre beispielsweise Joseph Haydns Oratorium Die Schöpfung (1798) zu nennen, oder Georg Friedrich HÀndels Oratorium Joseph and his Brethren (1743). Werke mit dem Titel Genesis thematisieren meist die Schöpfungsgeschichte, beispielsweise Charles Wuorinen: Genesis (1989). Die Genesis Suite (1945) dagegen behandelt die ganze Urgeschichte und ist ein Gemeinschaftswerk mehrerer Komponisten (Nathaniel Shilkret, Arnold Schönberg, Alexandre Tansman, Darius Milhaud, Mario Castelnuovo-Tedesco, Ernst Toch und Igor Strawinsky).cite-ref-146[146]

The Bible: In the Beginning 
 (1966) ist eine Bibelverfilmung des Regisseurs John Huston. Der Film behandelt die Kapitel Gen 1–22; die Umsetzung der SintfluterzĂ€hlung ist nicht nur wegen des technischen Aufwands bemerkenswert. Huston tritt selbst in der Rolle des Noach auf. In der Arche ist die Familie Noachs mit der kurzweiligen FĂŒtterung der verschiedenen Tierarten beschĂ€ftigt, wĂ€hrend man von fern die Schreie der Ertrinkenden hört, wovor es Noachs Frau graust.cite-ref-147[147]

Forschungsgeschichte

→

Hauptartikel

:

Neuere Urkundenhypothese

,

Babel-Bibel-Streit

und

Gott der VĂ€ter

Protestantische Exegeten

Beobachtungen im Buch Genesis waren fĂŒr die Entwicklung der alttestamentlichen Literarkritik, Formkritik und Religionsgeschichte des antiken Israel von sehr großer Bedeutung. Weil der erste Schöpfungsbericht den Gottesnamen Elohim verwendet, der mit Gen 2,5 einsetzende zweite Schöpfungsbericht dagegen den Gottesnamen JHWH, postulierte Johann Gottfried Eichhorn ab 1779 zwei von Mose mit verschiedenen anderen Fragmenten zusammengearbeitete Hauptquellen (Elohim-Quelle und Jehova-Quelle) fĂŒr den gesamten Pentateuch. Karl David Ilgen fand im Buch Genesis 1798 drei Quellenschriften und wies auf die Andersartigkeit des Deuteronomiums hin; damit war die Vier-Quellen-Theorie (Ältere Urkundenhypothese) im Grunde bekannt, wenn auch die wissenschaftliche Rezeption zunĂ€chst gering blieb. Dies Ă€nderte sich durch die Arbeiten von Hermann Hupfeld (1853) und Eduard Riehm (1854). Aber noch immer galt die mit Gen 1,1 einsetzende, den Gottesnamen Elohim benutzende Quellenschrift als die Ă€lteste (die „Urschrift“). Sie sei durch eine jĂŒngere, ebenfalls „elohistische“ Schrift ergĂ€nzt worden, welche die ErzelternerzĂ€hlungen enthielt. Dann sei als drittes eine noch jĂŒngere „jehovistische“ Schrift hinzugekommen, die ebenso wie die „Urschrift“ eine Schöpfungsgeschichte enthalten habe und am Gebrauch des Gottesnamens JHWH (damals gelesen als „Jehova“) kenntlich sei. Eine Revision dieses Modells legte Julius Wellhausen ab 1876 vor (Die Composition des Hexateuchs; Prolegomena zur Geschichte Israels): Der zweite Schöpfungsbericht (Jahwist) ist demnach Jahrhunderte Ă€lter als der erste (Priesterschrift)! Das hat weitreichende Folgen fĂŒr unser Bild von der Religionsgeschichte Israels. Denn demnach gehören die umfangreichen kultgesetzlichen Regelungen, welche die Priesterschrift kennzeichnen, nicht zum Ă€ltesten Gut. Eine FrĂŒhzeit der Religion Israels wird erkennbar, in der die Propheten wirkten und die Orientierung am „Gesetz“ noch nicht im Zentrum stand (lex post prophetas).cite-ref-148[148] Literarkritik in der Nachfolge Wellhausens heißt auch, dass die Genesis nicht lĂ€nger als Buch wahrgenommen wird, sondern als erster Teil einer aus pragmatischen GrĂŒnden auf mehrere Buchrollen aufgeteilten literarischen Einheit Hexateuch (= Pentateuch und Buch Josua).

FĂŒr Hermann Gunkel war die literarkritische Scheidung der Hexateuchquellen 1922 ein Ruhmesblatt der „modernen protestantischen Wissenschaft von der Bibel“.cite-ref-149[149] Anfang des 20. Jahrhunderts bestand der Optimismus, diese Quellenscheidung bis auf den einzelnen Vers, teilweise bis aufs Wort genau durchfĂŒhren zu können. Unter Voraussetzung des Wellhausen’schen Modells fragte Gunkel in seinem als Klassiker geltenden Genesis-Kommentar hinter diese rekonstruierten schriftlichen Quellen zurĂŒck nach den alten, mĂŒndlichen Überlieferungen und formulierte programmatisch: „Die Genesis ist eine Sammlung von Sagen.“cite-ref-150[150] Er arbeitete die Kunstform dieser ErzĂ€hlungen heraus, weil ein Exeget, der „an der kĂŒnstlerischen Form dieser Sagen achtlos vorĂŒbergeht, nicht nur sich selbst eines hohen Genusses beraubt, sondern auch die wissenschaftliche Aufgabe, die Genesis zu verstehen, nicht vollkommen erfĂŒllen kann.“cite-ref-151[151] Diesen Ă€sthetisch-literaturgeschichtlichen Zugang verdankte Gunkel Johann Gottfried Herder. In der Genesis unterschied er „Ursagen“ (einstige Mythen) und VĂ€tersagen; die Josefsgeschichte verstand er als Novelle.cite-ref-152[152]

Gerhard von Rad verfasste 1949–1953 einen viel rezipierten, allgemeinverstĂ€ndlichen Kommentar zur Genesis mit einem formgeschichtlichen Schwerpunkt. Er sah den Jahwisten (und nach seinem Vorbild auch die Verfasser der jĂŒngeren Quellenschriften) hauptsĂ€chlich als Sammler, dessen eigene Leistung im Arrangement der Einzelsagen zu einer durchlaufenden ErzĂ€hlung bestanden habe; am Text der alten Sagen habe der Jahwist vielleicht nicht mehr als „ein gewisses Behauen der archaischen Profile und 
 die Setzung ganz bestimmter feiner Akzente“ vorgenommen.cite-ref-153[153]

Claus Westermann legte 1974–1982 einen umfassenden wissenschaftlichen Genesis-Kommentar in drei BĂ€nden vor. Literarkritik und Formkritik sind darin verbunden; die religionsgeschichtlichen Parallelen aus der nĂ€heren und weiteren Umwelt Israels werden berĂŒcksichtigt. Als Formkritiker hielt es Westermann fĂŒr möglich, sehr alte mĂŒndliche Traditionen herauszuarbeiten, die einen Blick in die nomadische FrĂŒhzeit Israels ermöglichen.cite-ref-154[154]

JĂŒdische Exegeten

Einzelne jĂŒdische Exegeten befassten sich im spĂ€ten 19. und im 20. Jahrhundert eingehender mit der Literarkritik der Wellhausen-Schule in der Absicht, diese zu widerlegen: beispielsweise Samuel David Luzzatto, Umberto Cassuto und David Zvi Hoffmann – letzterer als orthodoxer Rabbiner eine Ausnahme, denn fĂŒr einen Großteil der jĂŒdischen Orthodoxie war die Auseinandersetzung mit der christlichen Exegese kein Thema. Hoffmann versuchte den Nachweis zu fĂŒhren, dass die Priesterschrift die Ă€lteste Quellenschrift des Pentateuch sei, drehte also die von der Wellhausen-Schule postulierte zeitliche Reihenfolge um. Das war ein Ansatz, der spĂ€ter von Yehezkel Kaufmann und dessen Schule in Israel und Amerika weiter verfolgt wurde.cite-ref-155[155] Samson Raphael Hirsch, eine prĂ€gende Persönlichkeit der jĂŒdischen Neo-Orthodoxie, verfasste Kommentare zu den BĂŒchern der Tora, die sich gegen das zeitgenössische Reformjudentum wenden, die protestantische Bibelkritik aber allenfalls indirekt kritisieren. Aufbauend auf der Symbolmetaphorik der Romantik, legte Hirsch die Genesis symbolisch und (begrĂŒndet mit dem „Prinzip der Lautverwandschaft“) etymologisch aus.cite-ref-156[156]

Der Genesis-Kommentar des liberalen Rabbiners Benno Jacob erschien 1934 in Berlin. FĂŒr Jacob war die Beziehung der Tora zu Israel der hermeneutische SchlĂŒssel zur Genesis; sein Hauptwerk sollte ein „wissenschaftlicher, unabhĂ€ngiger jĂŒdischer Kommentar“ zum Buch Genesis sein. Jacobs Kommentar zeigt große Vertrautheit mit der jĂŒdischen Auslegungstradition und zeichnet sich durch eine FĂŒlle an Einzelbeobachtungen aus, numerologische Spekulationen zum Zahlenmaterial der Genesis inbegriffen.cite-ref-157[157] Dass Jacob die protestantische Literar- und Formkritik entschieden ablehnte, hinderte nicht, dass sein Genesis-Kommentar von protestantischen Theologen stark rezipiert wurde. Beispielsweise nutzte Karl Barth in seinem umfangreichen Exkurs zu Gen 1–2 in der Kirchlichen Dogmatik III/1 (1945) kontinuierlich Jacobs Kommentar, dem er die Metapher von der Schöpfung als „Weltenhaus“ verdankte, welches Gott dem Menschen baue und einrichte.cite-ref-158[158] Auch die Genesis-Kommentare von Gerhard von Rad und Claus Westermann ziehen Jacobs Hauptwerk hĂ€ufig heran.

Obwohl sich argumentieren lĂ€sst, dass Wellhausens negative Darstellung des rabbinischen Judentums im Kontext des Kulturkampfs in Preußen oft auf den zeitgenössischen Katholizismus gezielt war, galt der BegrĂŒnder der sogenannten „Höheren Kritik“ (= Literarkritik) als Antisemit; die Neuere Urkundenhypothese wurde deshalb in jĂŒdischen Seminaren zunĂ€chst nicht vermittelt. Solomon Schechter brachte diese Ablehnung 1903 auf die Formel: Higher Criticism – Higher Anti-Semitism. Dies Ă€nderte sich durch den israelischen Bibelwissenschaftler Yehezkel Kaufmann, dessen Werk im englischsprachigen Raum durch Moshe Greenberg bekannt gemacht wurde: Kaufmann ĂŒbernahm Wellhausens Unterscheidung der Hexateuchquellen, aber nicht deren zeitliche Ansetzung. Die Priesterschrift sei die Ă€lteste Quellenschrift; der ganze Pentateuch sei in der Zeit der Königreiche Israel und Juda niedergeschrieben worden, also in einer Zeit staatlicher SouverĂ€nitĂ€t des jĂŒdischen Volkes (was fĂŒr Kaufmann als Zionisten wichtig war). Kaufmann öffnete damit der Urkundenhypothese in Israel und Amerika eine TĂŒr.cite-ref-159[159]

Als Hebraist und Literaturwissenschaftler hĂ€lt Robert Alter die BeschĂ€ftigung mit hypothetischen mĂŒndlich ĂŒberlieferten Sagen und rekonstruierten schriftlichen Quellen fĂŒr wenig zielfĂŒhrend und bevorzugt eine synchrone LektĂŒre des Endtextes. Mit The Art of Biblical Narrative (1981) etablierte er die Narrative Exegese im englischen Sprachraum.

Der israelische Rabbiner Mordechai Breuer ĂŒbersetzte den Pentateuchkommentar von Samson Raphael Hirsch ins NeuhebrĂ€ische. Breuer selbst akzeptiert die Grundannahmen der Literarkritik, sieht in den Pentateuch-Quellen aber die Absicht des göttlichen Autors, die Tora aus verschiedenen Perspektiven mitzuteilen (Pirqei Bereschit. 1998).cite-ref-160[160]

Römisch-katholische Exegeten

Die PĂ€pstliche Bibelkommission schrĂ€nkte die Exegese des Alten Testaments Anfang des 20. Jahrhunderts erheblich ein. Sie veröffentlichte zu strittigen Themen (Dubia) argumentativ kaum begrĂŒndete Antworten (Responsa), die den Rang von Dekreten pĂ€pstlicher Kongregationen hatten.cite-ref-161[161] Mit Bezug auf das Buch Genesis wurde verbindlich gelehrt:

‱ De mosaica authentia Pentateuchi (27. Juni 1906): Mose ist der Verfasser des Pentateuch; dieser ist nicht aus Quellen zusammengestellt. Dies muss aber nicht so verstanden werden, als hĂ€tte er den ganzen Pentateuch mit eigener Hand geschrieben oder jemandem diktiert; er kann auch mehrere Personen mit der Niederschrift beauftragt und ihr Werk abschließend gebilligt haben. Mose kann bei Abfassung des Pentateuch selbst Quellen (schriftliche Urkunden oder mĂŒndliche Überlieferungen) verwendet haben.
‱ De charactere historico trium priorum capitum Geneseos (30. Juni 1909): Die ersten drei Kapitel der Genesis haben historischen Charakter, sie sind keine Sagen oder Allegorien. Das betrifft die Erschaffung eines Urmenschenpaares im Stand der Gerechtigkeit, Unversehrtheit und Unsterblichkeit, den SĂŒndenfall und die Vertreibung der Stammeltern aus dem Paradies. BezĂŒglich der Weltschöpfung wurden von den KirchenvĂ€tern unterschiedliche Interpretationen vertreten; auch moderne katholische Exegeten können deshalb frei diskutieren, ob der Begriff „Tag“ wörtlich als ein natĂŒrlicher Tag oder im ĂŒbertragenen Sinn als ein Zeitraum zu verstehen ist.

Die Enzyklika Divino afflante Spiritu (1943) markiert einen Wendepunkt. Sie eröffnete der katholischen Exegese grĂ¶ĂŸere FreirĂ€ume. In einem Brief an Erzbischof Emmanuel Suhard (Des sources du Pentateuque et de l’historicitĂ© de GenĂšse 1–11) vom 16. Januar 1948 stellte Pius XII. zur Geltung der beiden Dokumente der Bibelkommission von 1906 und 1909 fest: Die Frage, ob es Quellenschriften des Pentateuch gibt, sei schwierig und bedĂŒrfe weiterer Untersuchung durch katholische Exegeten. Die literarische Eigenart von Gen 1–11 (Urgeschichte) sei ein komplexes Thema. Die Geschichtlichkeit dĂŒrfe nicht pauschal abgelehnt werden, aber es sei ebenso falsch, die literarischen Formen dieser Texte außer Acht zu lassen und Kriterien an sie anzulegen, die ihnen nicht entsprĂ€chen.

1993 veröffentlichte die Bibelkommission das Dokument Die Interpretation der Bibel in der Kirche, welches sich zum Methodenpluralismus in der Exegese bekennt. Das schließt die Literar- und Formkritik ein, ohne ihnen ein Monopol zu geben. Lothar Ruppert verfasste als Mitglied der Bibelkommission eine kommentierende EinfĂŒhrung zu diesem Dokument. Er legte 1992–2008 in vier BĂ€nden den bislang ausfĂŒhrlichsten deutschsprachigen Kommentar zur Genesis vor. Ruppert setzt darin die Neuere Urkundenhypothese voraus und betrachtet den Text diachron. Eher ungewöhnlich ist sein Festhalten an einer FrĂŒhdatierung des Jahwisten (in einem hypothetischen Davidisch-salomonischen Großreich) und des Elohisten (um 740 v. Chr.). Die Ă€ltesten Traditionen in der Jakobsgeschichte datiert Ruppert in die SpĂ€te Bronzezeit (14./13. Jahrhundert v. Chr.), als eine möglicherweise von der historischen Person Jakob geleitete Gruppe von AramĂ€ern aus dem Ostjordanland in die Gegend von Sichem gezogen sei. Rupperts Kommentar informiert ausfĂŒhrlich ĂŒber die spĂ€tantike und mittelalterliche Rezeptionsgeschichte der einzelnen ErzĂ€hlungen der Genesis.cite-ref-162[162]

Literatur

Textausgaben

‱ Biblia Hebraica Stuttgartensia. 5. Auflage. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1997, ISBN 3-438-05219-9.
‱ Genesis. Ś‘ŚšŚŚ©Ś™ŚȘ. Hrsg. von Abraham Tal (= Biblia Hebraica Quinta. Faszikel 1). Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-438-05261-2.
‱ Das Buch Im Anfang, verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig. Lambert Schneider, Berlin ca. 1926, urn:nbn:de:hebis:30:1-143130.

Hilfsmittel

‱ Wilhelm Gesenius: HebrĂ€isches und AramĂ€isches Handwörterbuch ĂŒber das Alte Testament. 18. Auflage. Hrsg.: Herbert Donner. Springer, Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-25680-6.
‱ Detlef Jericke: Die Ortsangaben im Buch Genesis: Ein historisch-topographischer und literarisch-topographischer Kommentar (= Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments. Band 248). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, ISBN 978-3-525-53610-0.

Überblicksdarstellungen, Lexika

‱ Thomas Römer, Steve Moyise, Sidnie White Crawford, Marc Bregman, Meira Polliack, Marzena Zawanowska, Nehamit Pery, Michael G. Wechsler, Rachel Friedman, Barry Dov Walfish, Charlotte Köckert, Brian Murdoch, Michael G. Legaspi, Stephen Burge, Emily O. Gravett, Ljubomir Milanović, Nils Holger Petersen, Emily O. Gravett: Genesis, Book of. In: Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR). Band 9, De Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-018377-1, Sp. 1147–1197.
‱ Lothar Ruppert: Genesis. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon fĂŒr Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995, Sp. 453 f.
‱ Craig A. Evans, Joel N. Lohr, David L. Petersen: The Book of Genesis: Composition, Reception, and Interpretation (= Vetus Testamentum, Supplements. Band 152). Brill, Leiden 2012, ISBN 978-90-04-22653-1.
‱ Ronald Stephen Hendel: The Book of Genesis: A Biography. Princeton University Press, Princeton NY 2013, ISBN 978-0-691-14012-4.
‱ Hanna Liss: Das Buch Bereschit (Genesis). In: Tanach. Lehrbuch der jĂŒdischen Bibel (= Schriften der Hochschule fĂŒr JĂŒdische Studien. Band 8). 4., völlig neu ĂŒberarbeitete Auflage. UniversitĂ€tsverlag C. Winter, Heidelberg 2019, ISBN 978-3-8253-6850-0, S. 22–69.

JĂŒdische Kommentare

‱ Robert Alter: Genesis. Translation and Commentary. Norton, New York 1996, ISBN 0-393-31670-X.
‱ Joseph Hertz: Pentateuch und Haftaroth. Band 1: Bereschit. JĂŒdischer Verlag, Berlin 1937 (hebrĂ€isch-deutsch).
‱ Samson Raphael Hirsch: Der Pentateuch, ĂŒbersetzt und erlĂ€utert. Band 1: Die Genesis. Kauffmann’sche Buchhandlung, Frankfurt am Main 1867, urn:nbn:de:hebis:30:1-125772.
‱ Benno Jacob: Das Buch Genesis. Schocken Verlag, Berlin 1934; Nachdruck: Calwer Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-7668-3514-9.
‱ W. Gunther Plaut (Hrsg.): Die Tora in jĂŒdischer Auslegung. Übersetzt und bearbeitet von Annette Böckler. Band 1: Bereschit. Kaiser, GĂŒtersloh 1999, ISBN 3-579-02646-1.

Christliche Kommentare

‱ Bill T. Arnold: Genesis (= New Cambridge Bible Commentary). Cambridge University Press, Cambridge / New York 2009, ISBN 978-0-521-80607-7.
‱ JĂŒrgen Ebach: Genesis 37–50 (= Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament). Herder, Freiburg/Basel/Wien 2007, ISBN 978-3-451-26803-8.
‱ Georg Fischer: Genesis 1–11 (= Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament). Herder, Freiburg/Basel/Wien 2018, ISBN 978-3-451-26801-4.
‱ Jan Christian Gertz: Das erste Buch Mose (Genesis). Die Urgeschichte Gen 1–11 (= Das Alte Testament Deutsch [ATD]. Band 1 Neubearbeitungen). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, ISBN 978-3-525-57055-5.
‱ Lothar Ruppert: Genesis. Ein kritischer und theologischer Kommentar. 4 TeilbĂ€nde. Echter Verlag, WĂŒrzburg 1992–2008,

‱ Teil 1: Genesis 1,1–11,26, ISBN 3-429-01451-4,
‱ Teil 2: Genesis 11,27–25,18, ISBN 3-429-02461-7,
‱ Teil 3: Genesis 25,19–36,43, ISBN 3-429-02734-9,
‱ Teil 4: Genesis 37,1–50,26, ISBN 978-3-429-03010-0.

‱ Gerhard von Rad: Das erste Buch Mose – Genesis. 3 TeilbĂ€nde. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1949–1953,

‱ Teil 1: Kap. 1–12,9,
‱ Teil 2: Kap. 12,10–25,18,
‱ Teil 3: Kap. 25,19–50,26.

‱ Claus Westermann: Genesis. 3 TeilbĂ€nde. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1974–1981,

‱ Teil 1: Kap. 1–11, 3. Auflage 1983, ISBN 3-7887-0028-9,
‱ Teil 2: Kap. 12–36, 1981, ISBN 3-7887-0544-2,
‱ Teil 3: Kap. 37–50, 1981, ISBN 3-7887-0671-6.

Artikel und Monographien

‱ Erhard Blum: Die Komposition der VĂ€tergeschichte (= Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament. Band 57). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1984, ISBN 3-7887-0713-5.
‱ Franziska Ede: Die Josefsgeschichte: Literarkritische und redaktionsgeschichtliche Untersuchungen zur Entstehung von Gen 37–50 (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr die alttestamentliche Wissenschaft. Band 485). De Gruyter, Berlin/Boston 2016, ISBN 978-3-11-044746-0.
‱ Georg Fischer: Jakobs Rolle in der Genesis. In: Biblische Zeitschrift. Neue Folge 47 (2003), S. 269–280, doi:10.15496/publikation-68370 (Manuskript als PDF).
‱ Irmtraud Fischer: Die Erzeltern Israels. Feministisch-theologische Studien zu Gen 12–36 (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr die alttestamentliche Wissenschaft. Band 222). De Gruyter, Berlin / New York 1994, ISBN 3-11-014232-5.
‱ Matthias Köckert: Die Geschichte der AbrahamĂŒberlieferung. In: AndrĂ© Lemaire (Hrsg.) Congress Volume Leiden 2004 (= Vetus Testamentum, Supplements. Band 109). Brill, Leiden 2006, S. 103–128, ISBN 90-04-14913-9.
‱ Matthias Millard: Die Genesis als Eröffnung der Tora. Kompositions- und auslegungsgeschichtliche AnnĂ€herungen an das erste Buch Mose (= Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament. Band 90). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2001, ISBN 3-7887-1830-7.
‱ Anke MĂŒhling: „Blickt auf Abraham, euren Vater“. Abraham als Identifikationsfigur des Judentums in der Zeit des Exils und des Zweiten Tempels (= Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments. Band 236). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-525-53098-6, besonders S. 23–76: Die Abraham-ErzĂ€hlungen der Genesis (Zugl.: Heidelberg, Univ., Diss., 2009).
‱ Martin Rösel: Übersetzung als Vollendung der Auslegung. Studien zur Genesis-Septuaginta (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr die alttestamentliche Wissenschaft. Band 223). De Gruyter, Berlin / New York 1994, ISBN 3-11-014234-1.
‱ Johannes Schildenberger: Der Aufbau des Buches Genesis. In: Zeugnis des Geistes. Gabe zum Benedictus=JubilĂ€um 547–1947. Dargeboten von der Erzabtei Beuron (= Beiheft zum XXIII. Jg. der Benediktinischen Monatschrift). Beuroner Kunstverlag, Beuron 1947, S. 139–156.
‱ Harald Martin Wahl: Die JakobserzĂ€hlungen: Studien zu ihrer mĂŒndlichen Überlieferung, Verschriftlichung und HistorizitĂ€t (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr die alttestamentliche Wissenschaft. Band 258). De Gruyter, Berlin / New York 1997, ISBN 3-11-015758-6.

Weblinks

Commons

: Schöpfungsgeschichte

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Matthias Millard: Genesis. In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart MĂ€rz 2006
‱ Andreas SchĂŒle: Urgeschichte. In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart MĂ€rz 2008
‱ Genesis hebrĂ€isch und englisch. In: Sefaria (mit zahlreichen jĂŒdischen Kommentaren und weiteren Hilfsmitteln)
‱ The Book of Genesis. In: TheTorah.com (text- und themenbezogene Auslegungen aus jĂŒdischer Sicht)
‱ ErklĂ€rungen zum 1. Buch Mose aus der Sicht der Chabad-Bewegung (JĂŒdisches Bildungszentrum Karlsruhe)

Anmerkungen

cite-note-11. ↑ Vgl. Hieronymus: Prologus galeatus zu den KönigebĂŒchern der Vulgata.
cite-note-22. ↑ Josephus: Contra Apionem I, 38 f.
cite-note-33. ↑ Konrad Schmid: Genesis in the Pentateuch. In: Craig A. Evans et al.: The Book of Genesis: Composition, Reception, and Interpretation (= Vetus Testamentum, Supplements. Band 152). Brill, Leiden 2012, S. 27–50, hier S. 29–31.
cite-note-44. ↑ Konrad Schmid: Die Josephsgeschichte im Pentateuch. Berlin / New York 2002, S. 83 f.
cite-note-55. ↑ Konrad Schmid: Genesis in the Pentateuch. In: Craig A. Evans et al.: The Book of Genesis: Composition, Reception, and Interpretation (= Vetus Testamentum, Supplements. Band 152). Brill, Leiden 2012, S. 27–50, hier S. 41.
cite-note-66. ↑ Vgl. Konrad Schmid: Die Torah als multiautorielle Diskussionsliteratur: Geschichte, Ästhetik und Hermeneutik eines kollaborativen Schreiberprodukts. In: Stefanie Gropper et al. (Hrsg.): Plurale Autorschaft. Ästhetik der Co-KreativitĂ€t in der Vormoderne (= Andere Ästhetik – Koordinaten. Band 2). De Gruyter, Berlin/Boston 2023, S. 159–184, doi:10.1515/9783110755763-008.
cite-note-77. ↑ Konrad Schmid, Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften. 2. Auflage. Beck, MĂŒnchen 2019, S. 100–104. Die Hypothese eines Davidisch-salomonischen Großreichs ist weithin aufgegeben, damit aber auch die Möglichkeit, dass „um 1000 v. Chr.“ am Jerusalemer Hof der Jahwist eine Quellenschrift der Genesis verfasst hĂ€tte.
cite-note-88. ↑ Erhard Blum: The Jacob Tradition. In: Craig A. Evans, Joel N. Lohr, David L. Petersen: The Book of Genesis: Composition, Reception, and Interpretation. Leiden 2012, S. 181–211, hier S. 210.
cite-note-99. ↑ Konrad Schmid, Jens Schröter: Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften. 2. Auflage. Beck, MĂŒnchen 2019, S. 105–107.
cite-note-1010. ↑ Melanie Köhlmoos: Altes Testament (= UTB. Band 3460). Narr Francke, TĂŒbingen 2011, S. 166.
cite-note-1111. ↑ Melanie Köhlmoos: Altes Testament (= UTB. Band 3460). Narr Francke, TĂŒbingen 2011, S. 163.
cite-note-1212. ↑ Der Begriff wurde von Irmtraud Fischer vorgeschlagen und hat sich anstelle der Ă€lteren Bezeichnung VĂ€tererzĂ€hlungen weithin durchgesetzt. Die Rede von den „VĂ€tern“ Israels implizierte nĂ€mlich auch ein Desinteresse der Ă€lteren Forschung an den Frauentexten der Genesis. Vgl. Irmtraud Fischer: Die Erzeltern Israels. Feministisch-theologische Studien zu Gen 12–36. Berlin / New York 1994, S. 2.
cite-note-1313. ↑ Barbara Schmitz: Geschichte Israels (= UTB. Band 3547). 3., aktualisierte Auflage. Schöningh, Paderborn 2022, S. 128.
cite-note-1414. ↑ Georg Fischer: Genesis 1–11. Freiburg/Basel/Wien 2018, S. 38.
cite-note-1515. ↑ Jan Christian Gertz: Das erste Buch Mose (Genesis). Die Urgeschichte Gen 1–11 (= Das Alte Testament Deutsch. Band 1 neu). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, S. 6.
cite-note-1616. ↑ Jan Christian Gertz: Das erste Buch Mose (Genesis). Die Urgeschichte Gen 1–11 (= Das Alte Testament Deutsch. Band 1 neu). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, S. 318–322.
cite-note-1717. ↑ Jan Christian Gertz: Das erste Buch Mose (Genesis). Die Urgeschichte Gen 1–11 (= Das Alte Testament Deutsch. Band 1 neu). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, S. 6–9.
cite-note-1818. ↑ Vgl. Ronald Stephen Hendel: The Book of Genesis: A Biography. Princeton NY 2013, S. 21: Humans are corrupt and flawed creatures, but Yahweh learns to live with them, warts and all.
cite-note-1919. ↑ Jan Christian Gertz: Das erste Buch Mose (Genesis). Die Urgeschichte Gen 1–11 (= Das Alte Testament Deutsch. Band 1 neu). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, S. 276.
cite-note-2020. ↑ Jan Christian Gertz: Das erste Buch Mose (Genesis). Die Urgeschichte Gen 1–11 (= Das Alte Testament Deutsch. Band 1 neu). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, S. 16–19.
cite-note-2121. ↑ Äthiopisches Henochbuch 6,2; Philo: De gigantibus 6; Josephus: Antiquitates 1,73.
cite-note-2222. ↑ Gerhard von Rad: Das erste Buch Mose. Genesis Kapitel 1–12,9 (= Das Alte Testament Deutsch. Band 2). 3. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1953, S. 94.
cite-note-2323. ↑ Jaap Doedens: The Sons of God in Genesis 6:1–4: Analysis and History of Exegesis (= Oudtestamentische StudiĂ«n. Band 76). Brill, Leiden/Boston 2019, S. 295.
cite-note-2424. ↑ Jan Christian Gertz: Das erste Buch Mose (Genesis). Die Urgeschichte Gen 1–11 (= Das Alte Testament Deutsch. Band 1 neu). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, S. 346 f.
cite-note-2525. ↑ Jan Christian Gertz: Das erste Buch Mose (Genesis). Die Urgeschichte Gen 1–11 (= Das Alte Testament Deutsch. Band 1 neu). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, S. 1.
cite-note-2626. ↑ Ronald Stephen Hendel: The Book of Genesis: A Biography. Princeton NY 2013, S. 43.
cite-note-2727. ↑ Bill T. Arnold: Genesis (= New Cambridge Bible Commentary). Cambridge University Press, Cambridge / New York 2009, S. 126.
cite-note-2828. ↑ BĂȘt ’āv ist die Menschengruppe, die mit Noach in die Arche geht: Noach, seine Frau, seine Söhne und die Frauen seiner Söhne. Diese patriarchale und patrilokale Familie ist auch in den ErzelternerzĂ€hlungen vorausgesetzt. Vgl. Rainer Kessler: Familie, Sippe, Stamm. In: Walter Dietrich (Hrsg.): Die Welt der HebrĂ€ischen Bibel: Umfeld – Inhalte – Grundthemen. 2., erweiterte, ĂŒberarbeitete Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2021, S. 186–200, besonders S. 187 f.
cite-note-2929. ↑ Die miĆĄpāងāh „Sippe, Großfamilie, Clan“ ist die nĂ€chstgrĂ¶ĂŸere Verwandtschaftsgruppe; mehrere miĆĄpəងÎt bilden einen Stamm.
cite-note-3030. ↑ Die Identifikation mit កarrān/AltÄ­nbaßak gilt, auch wegen der NamenskontinuitĂ€t, als gesichert. Vgl. Detlef Jericke: Die Ortsangaben im Buch Genesis. Göttingen 2013, S. 87 f.
cite-note-3131. ↑ Bill T. Arnold: Genesis. Cambridge / New York 2009, S. 128.
cite-note-3232. ↑ Matthias Köckert: Die Geschichte der AbrahamĂŒberlieferung. Leiden 2006, S. 118.
cite-note-3333. ↑ Anke MĂŒhling: „Blickt auf Abraham, euren Vater“. Abraham als Identifikationsfigur des Judentums in der Zeit des Exils und des Zweiten Tempels. Göttingen 2011, S. 46; Matthias Köckert: Die Geschichte der AbrahamĂŒberlieferung. Leiden 2006, S. 124.
cite-note-3434. ↑ Anke MĂŒhling: „Blickt auf Abraham, euren Vater“. Abraham als Identifikationsfigur des Judentums in der Zeit des Exils und des Zweiten Tempels. Göttingen 2011, S. 48 f.; Bill T. Arnold: Genesis. Cambridge / New York 2009, S. 138. Zum Motiv der „GefĂ€hrdung der Ahnfrau“ vgl. Anke MĂŒhling: PreisgabeerzĂ€hlungen. In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart April 2009, abgerufen am 10. Juni 2024.
cite-note-3535. ↑ Die „Jordangegend“, wörtlich: der „Jordankreis“; der ErzĂ€hlzusammenhang legt die Region unmittelbar nördlich des Toten Meeres nahe. Vgl. Detlef Jericke: Die Ortsangaben im Buch Genesis. Göttingen 2013, S. 106.
cite-note-3636. ↑ Bill T. Arnold: Genesis. Cambridge / New York 2009, S. 140.
cite-note-3737. ↑ Vgl. Anke MĂŒhling: „Blickt auf Abraham, euren Vater“. Abraham als Identifikationsfigur des Judentums in der Zeit des Exils und des Zweiten Tempels. Göttingen 2011, S. 43 f.
cite-note-3838. ↑ Anke MĂŒhling: „Blickt auf Abraham, euren Vater“. Abraham als Identifikationsfigur des Judentums in der Zeit des Exils und des Zweiten Tempels. Göttingen 2011, S. 52–54.
cite-note-3939. ↑ Anke MĂŒhling: „Blickt auf Abraham, euren Vater“. Abraham als Identifikationsfigur des Judentums in der Zeit des Exils und des Zweiten Tempels. Göttingen 2011, S. 56 f.
cite-note-4040. ↑ Matthias Köckert: Die Geschichte der AbrahamĂŒberlieferung. Leiden 2006, S. 121.
cite-note-4141. ↑ Anke MĂŒhling: „Blickt auf Abraham, euren Vater“. Abraham als Identifikationsfigur des Judentums in der Zeit des Exils und des Zweiten Tempels. Göttingen 2011, S. 36–39.
cite-note-4242. ↑ Bill T. Arnold: Genesis. Cambridge / New York 2009, S. 179 f.
cite-note-4343. ↑ Gerhard von Rad: Das erste Buch Mose. Genesis Kapitel 12,10–25,18 (= Das Alte Testament Deutsch. Band 3). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1952, S. 175. Zu dem Motiv in der antiken Literatur vgl. auch: Odyssee 17,485–487.
cite-note-4444. ↑ Anke MĂŒhling: „Blickt auf Abraham, euren Vater“. Abraham als Identifikationsfigur des Judentums in der Zeit des Exils und des Zweiten Tempels. Göttingen 2011, S. 59–61.
cite-note-4545. ↑ Bill T. Arnold: Genesis. Cambridge / New York 2009, S. 183–186.
cite-note-4646. ↑ Edward Noort: Lot's Daughters I Hebrew Bible/Old Testament. In: Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR). Band 16, De Gruyter, Berlin/Boston 2018, ISBN 978-3-11-031333-8, Sp. 1219–1220.
cite-note-4747. ↑ Anke MĂŒhling: „Blickt auf Abraham, euren Vater“. Abraham als Identifikationsfigur des Judentums in der Zeit des Exils und des Zweiten Tempels. Göttingen 2011, S. 62–64.
cite-note-4848. ↑ Thomas Naumann: Ismael: Israels Selbstwahrnehmung im Kreis der Völker aus der Nachkommenschaft Abrahams (= Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament. Band 151): Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, S. 501. Naumann widerspricht ebd. einem Deutungsmuster, nach dem Ismael nach der Geburt Isaaks vom ErzĂ€hler nicht mehr gebraucht wird und daher mitsamt seiner Mutter „in der WĂŒste gewissermaßen ‚entsorgt‘ werden muss.“
cite-note-4949. ↑ Anke MĂŒhling: „Blickt auf Abraham, euren Vater“. Abraham als Identifikationsfigur des Judentums in der Zeit des Exils und des Zweiten Tempels. Göttingen 2011, S. 66 f.
cite-note-5050. ↑ Ed Noort: Genesis 22: Human Sacrifice and Theology in the Hebrew Bible. In: Ed Noort, Eibert Tigchelaar (Hrsg.): The Sacrifice of Isaac. The Aqedah (Genesis 22) and Its Interpretations (= Themes in Biblical Narrative. Band 4). Brill, Leiden 2002, S. 1–20, hier S. 5 f.
cite-note-5151. ↑ Anke MĂŒhling: „Blickt auf Abraham, euren Vater“. Abraham als Identifikationsfigur des Judentums in der Zeit des Exils und des Zweiten Tempels. Göttingen 2011, S. 38; Hanna Liss: Das Buch Bereschit (Genesis). Heidelberg 2019, S. 48.
cite-note-5252. ↑ Die Zugehörigkeit zur Priesterschrift wird von Erhard Blum in Frage gestellt, der Gen 23 fĂŒr eine isolierte EinzelĂŒberlieferung hĂ€lt. Vgl. Erhard Blum: Die Komposition der VĂ€tergeschichte. Neukirchen-Vluyn 1984, S. 441–446.
cite-note-5353. ↑ Matthias Köckert: Die Geschichte der AbrahamĂŒberlieferung. Leiden 2006, S. 120.
cite-note-5454. ↑ Matthias Köckert: Die Geschichte der AbrahamĂŒberlieferung. Leiden 2006, S. 125.
cite-note-5555. ↑ Zu diesem Amt vgl. Jack M. Sassoon: The Servant’s Tale: How Rebekah Found a Spouse. In: Journal of Near Eastern Studies. Band 65 (2004), S. 241–265, hier S. 249.
cite-note-5656. ↑ Sie schöpft freiwillig fĂŒr zehn Kamele Wasser und beweist damit eine sehr gute körperliche Kondition. Vgl. Jack M. Sassoon: The Servant’s Tale: How Rebekah Found a Spouse. In: Journal of Near Eastern Studies. Band 65 (2004), S. 241–265, hier S. 251.
cite-note-5757. ↑ Jack M. Sassoon: The Servant’s Tale: How Rebekah Found a Spouse. In: Journal of Near Eastern Studies. Band 65 (2004), S. 241–265, hier S. 265.
cite-note-5858. ↑ Erhard Blum: The Jacob Tradition. In: Craig A. Evans, Joel N. Lohr, David L. Petersen: The Book of Genesis: Composition, Reception, and Interpretation. Leiden 2012, S. 181–211, hier S. 181.
cite-note-5959. ↑ Erhard Blum: The Jacob Tradition. In: Craig A. Evans, Joel N. Lohr, David L. Petersen: The Book of Genesis: Composition, Reception, and Interpretation. Leiden 2012, S. 181–211, hier S. 183.
cite-note-6060. ↑ Erhard Blum: The Jacob Tradition. In: Craig A. Evans, Joel N. Lohr, David L. Petersen: The Book of Genesis: Composition, Reception, and Interpretation. Leiden 2012, S. 181–211, hier S. 183 f.
cite-note-blum184-6161. ↑ Erhard Blum: The Jacob Tradition. In: Craig A. Evans, Joel N. Lohr, David L. Petersen: The Book of Genesis: Composition, Reception, and Interpretation. Leiden 2012, S. 181–211, hier S. 184.
cite-note-6262. ↑ Erhard Blum: The Jacob Tradition. In: Craig A. Evans, Joel N. Lohr, David L. Petersen: The Book of Genesis: Composition, Reception, and Interpretation. Leiden 2012, S. 181–211, hier S. 185.
cite-note-6363. ↑ Erhard Blum: The Jacob Tradition. In: Craig A. Evans, Joel N. Lohr, David L. Petersen: The Book of Genesis: Composition, Reception, and Interpretation. Leiden 2012, S. 181–211, hier S. 192 f.
cite-note-6464. ↑ Erhard Blum: The Jacob Tradition. In: Craig A. Evans, Joel N. Lohr, David L. Petersen: The Book of Genesis: Composition, Reception, and Interpretation. Leiden 2012, S. 181–211, hier S. 193 f.
cite-note-6565. ↑ Jahwist: Auf Judas Rat hin verkaufen die BrĂŒder Josef den Ismaelitern; Elohist: Midianiter entfĂŒhren Josef und vereiteln damit Rubens Rettungsplan.
cite-note-6666. ↑ Jan Christian Gertz: Die nichtpriesterschriftliche Josefsgeschichte. In: Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. 6., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019, S. 279–285, hier S. 281.
cite-note-6767. ↑ Robert Alter: The Art of Biblical Narrative. Revised and updated. Basic Books, New York 2011, S. 10.
cite-note-6868. ↑ Richard J. Clifford: Genesis 38: Its Contribution to the Jacob Story. In: The Catholic Biblical Quarterly. Band 66 (2004), S. 519–532, hier S. 532.
cite-note-6969. ↑ Walter Dietrich: Joseph/JosephserzĂ€hlung. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 4, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2001, Sp. 575–577. Die „Grundnovelle“ entstand demnach im Nordreich Israel und wurde nach dessen Ende 722 v. Chr. im SĂŒdreich Juda ĂŒberarbeitet.
cite-note-7070. ↑ Konrad Schmid: Die Josephsgeschichte im Pentateuch. Berlin / New York 2002, S. 95–99.
cite-note-7171. ↑ Karin Schöpflin: Jakob segnet seinen Sohn. Genesis 49,1–28 im Kontext von Josefs- und VĂ€tergeschichte. In: Zeitschrift fĂŒr die Alttestamentliche Wissenschaft. Band 115 (2003), S. 501–523, besonders S. 521 f.
cite-note-7272. ↑ Konrad Schmid: Die Josephsgeschichte im Pentateuch. Berlin / New York 2002, S. 101 f.
cite-note-731. The Dead Sea Scrolls – 4Q Genesis. Abgerufen am 26. April 2023 (englisch).
cite-note-qumran-7474. ↑ Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran. Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2016, S. 186.; Sidnie W. Crawford: Genesis in the Dead Sea Scrolls. In: Craig A. Evans et al.: The Book of Genesis: Composition, Reception, and Interpretation (= Vetus Testamentum, Supplements. Band 152). Brill, Leiden 2012, S. 353–373, hier S. 353.
cite-note-langepentateuch-7575. ↑ Armin Lange: Pentateuch: Ancient Hebrew Texts. Ancient, Late Ancient, and Early Medieval Manuscript Evidence. In: Armin Lange (Hrsg.): The Textual History of the Bible Online. Brill, 2020, ISSN 2452-4107.
cite-note-7676. ↑ Ernst Axel Knauf: Zeitrechnung II. Altes Testament. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 36, de Gruyter, Berlin / New York 2004, ISBN 3-11-017842-7, S. 589–594. Hier S. 593.
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cite-note-140140. ↑ Zur Diskussion vgl. Heinz Schreckenberg, Kurt Schubert: Jewish Historiography and Iconography in Early and Medieval Christianity (= Compendia Rerum Iudaicarum ad Novum Testamentum. 3/2). Van Gorcum, Assen/Maastricht 2002, S. 211–260 (Jewish Traditions in Christian Painting Cycles: The Vienna Genesis and the Ashburnham Pentateuch).
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cite-note-149149. ↑ Hermann Gunkel: Genesis, ĂŒbersetzt und erklĂ€rt (= Göttinger Handkommentar zum Alten Testament. 1. Abt., Band 1). 5. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1922, S. LXXXI (Scan – Internet Archive).
cite-note-150150. ↑ Hermann Gunkel: Genesis, ĂŒbersetzt und erklĂ€rt (= Göttinger Handkommentar zum Alten Testament. 1. Abt., Band 1). 5. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1922, S. VII (Scan – Internet Archive).
cite-note-151151. ↑ Hermann Gunkel: Genesis, ĂŒbersetzt und erklĂ€rt (= Göttinger Handkommentar zum Alten Testament. 1. Abt., Band 1). 5. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1922, S. XXVII (Scan – Internet Archive).
cite-note-152152. ↑ Vgl. zu den verschiedenen Auflagen von Gunkels Genesiskommentar ab 1901: Werner Klatt: Hermann Gunkel: Zu seiner Theologie der Religionsgeschichte und zur Entstehung der formgeschichtlichen Methode (= Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments. Band 100). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1969, S. 104–166 (Die Genesis 1901 – das zweite Hauptwerk).
cite-note-153153. ↑ Gerhard von Rad: Das erste Buch Mose. Genesis Kapitel 1–12,9 (= Das Alte Testament Deutsch. Band 2). 3. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1953, S. 28.
cite-note-154154. ↑ Vgl. zu Westermanns Kommentar: Rainer Albertz: Das theologische VermĂ€chtnis des Genesis-Kommentars von Claus Westermann. In: Manfred Oeming (Hrsg.): Claus Westermann: Leben – Werk – Wirkung (= BeitrĂ€ge zum Verstehen der Bibel. Band 2). LIT, MĂŒnster 2003, S. 79–93.
cite-note-155155. ↑ Hanna Liss: JĂŒdische Bibelauslegung. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2022, S. 331 f.
cite-note-156156. ↑ Hanna Liss: JĂŒdische Bibelauslegung. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2022, S. 314.
cite-note-157157. ↑ Hanna Liss: JĂŒdische Bibelauslegung. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2022, S. 333–336.
cite-note-158158. ↑ Gerhard Bergner: Um der Sache willen. Karl Barths Schriftauslegung in der Kirchlichen Dogmatik. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, S. 162–218, zur Metapher „Weltenhaus“ S. 190. Barths Exegese wirkte ihrerseits auf die Bibelwissenschaften zurĂŒck.
cite-note-159159. ↑ Was the Documentary Hypothesis Tainted by Wellhausen’s Antisemitism? In: TheTorah.com. Abgerufen am 6. Juni 2023.
cite-note-160160. ↑ Rachel Friedman: Genesis, Book of, III D. Modern Judaism. In: Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR). Band 9, De Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-018377-1, Sp. 1171–1174. Vgl. zu neueren Entwicklung der Tanach-Exegese und ihrer akademischen Verortung: Hanna Liss: JĂŒdische Bibelauslegung. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2022, S. 397–408.
cite-note-161161. ↑ Vgl. Franz Annen: Der biblische Aufbruch in der katholischen Kirche und das Konzil. In: Manfred Belok, Ulrich Kropač (Hrsg.): Volk Gottes im Aufbruch: 40 Jahre II. Vatikanisches Konzil. TVZ, ZĂŒrich 2005, S. 14–42, besonders S. 19–24: Die Situation der katholischen Bibelwissenschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
cite-note-162162. ↑ Vgl. die Rezensionen von Thomas Hieke in: The Catholic Biblical Quarterly. Band 68 (2006), S. 525–527, und Markus Witte in: Theologische Zeitschrift. Band 65 (2009), S. 366–368 (Scan – E-Periodica).